5.8.2013 (Montag):
Ab Mitternacht wird
der Wind so stark, dass das Groß zuerst einmal, dann zweimal gerefft werden
muss. Dann nehmen wir das Groß ganz weg und segeln nur
mit der Fock, früh laufen wir nur unter Top und Takel (kein Segel mehr). Das ist bei der Windstärke von über
7Bft am günstigsten und der Motor kann für Ladestrom sorgen. Vormittags geht es
dann wieder “normal” weiter, mit Groß und Fock laufen wir um die 6,5kn. Das
ETMAL für den 2. Tag beträgt 136sm. Abends dreht der Wind auf NW, bei 12kn Wind
wieder sehr schönes Segeln.
6.8.2013 (Dienstag):
Der Wind kommt
weiterhin aus NW, nimmt aber immer mehr ab, ab 10:00Uhr müssen wir den Motor
schon unterstützend dazu nehmen, damit wir bei einem Speed von über 5kn bleiben
können. Ab 11:30 Uhr eine längere Phase nur unter Maschine - wir bergen die
Segel. Das ETMAL für den 3. Tag ist 117sm. Kurz vor unserem Ziel wird die
englische Gastflagge gesetzt, vorbei dann an einigen Untiefen und Felsen und an
bewohnten und unbewohnten Inseln der Scillys.

19:45 Uhr (Ortszeit 18:45 Uhr) legen wir an einer Boje in der Bucht von Hugh
Town auf St. Mary’s (Scillys)
an. Peekstange raus, Boje angeln, Leine durch,
fertig.
Nach dem Abendbrot an Bord genießen wir die Ruhe nach unserem recht anstrengenden
Törn (409sm für die Biskaya-Überquerung in 77¾h). Wir haben es geschafft, es
war alles dabei: Rauschefahrt bei Windstärken um 4 bis 5Bft, schwierige
Bedingungen bei 7 bis 8Bft und auch nur so schwacher Wind, dass der Motor
gebraucht wurde. Auf jeden Fall haben wir und unser Boot das berüchtigte
Seegebiet gut hinter uns gebracht. Unterwegs begegneten uns diverse Frachter,
aber keiner kam uns bedenklich nahe. Zur Entspannung immer mal Delphine, die
uns mal länger, mal weniger lang begleitet haben.
Die Scilly-Inseln bestehen
aus mehr als 140 Inseln, davon etwa 55 größere Inseln – sechs davon sind
bewohnt. Sie gehören zu Cornwall. Die Inselgruppe liegt ungefähr 45km
südwestlich von Land's End im Atlantik nahe dem
Eingang zum Ärmelkanal. Wegen des Golfstroms haben die Inseln sehr mildes,
beinahe subtropisches und konstantes Klima mit vielen Sonnentagen und einer
Temperaturdifferenz zwischen Sommer- und Wintermittel von nur etwa 9 C.
Auf den Inseln wachsen viele subtropische Pflanzen.
7.8.2013
(Mittwoch):
Nach ausgiebigem
Frühstücken fahren wir zum Tanken an die Pier, wir müssen uns beeilen, da das
Wasser wegen der Ebbe schon sehr tief gesunken ist, dann wieder an unsere Mooringtonne. Mit dem Schlauchboot an die Pier, anmelden
beim Hafenmeister und 24 Pfund für die Nacht bezahlen und auf geht’s zum
Wandern über die Insel. Wir spazieren durch die Straßen von Hugh Town – eine
angenehme Ruhe und Idylle. Immer wieder schöne Vorgärten und tolle Aussichten,
Souvenirläden, die sich lohnen einen Bick hineinzuwerfen. Vor dem Mittagessen
im Restaurant Atlantik der Besuch des Inselmuseums. Dann weiter zum Star Castel Hotel, das wir schon vom Wasser aus bewundert haben,
zur Festung mit noch intakter Mauer und Kanonen.



8.8.2013 (Donnerstag):
Wir legen 7:00 Uhr ab
und fahren 2½h unter Motor zur Insel Tresco. Dort
finden wir eine freie Mooringtonne, an der wir uns
festmachen. Wir liegen zwischen den Inseln Tresco und Bryher in der Nähe von
Crownwell’s Castle. Die Tonne liegt auf hellschimmerndem,
sandigem Meeresboden. Nun gibt es ganz in Ruhe Frühstück an Bord. Danach fahren
wir mit dem Schlauchboot an den Strand, laufen zum Hauptort New Grimsby. Heute ist die Hauptattraktion der Insel Tresco - der Abbey Garden - geplant. Dank des Golfstroms
und reichlich Sonnenschein geniest der Abteigarten den Vorteil idealer
Witterungsverhältnisse und zählt zu den schönsten Gärten Europas. Ein irdisches
Paradies- wie die Reklame verspricht. Vorbei am privaten Schloss erreichen wir
den Garteneingang. Ab 1834 schaffte sich Augustin Schmidt eine außergewöhnliche
Pflanzensammlung (4000 Sorten) und ordnete die Gattungen nach ihren
Herkunftsländern.


Innerhalb des Gartens gibt es die Valhalla - ein
Gallionsfigurenmuseum. Von gestrandeten Schiffen, die es genug um die Scillys-Inseln gab, wurden Wrackteile gesammelt.
Richtung Bryher dunkle Regenwolken am Himmel, wir
beeilen uns zurück an Bord zu kommen, haben aber Glück, es nieselt nur etwas.
An Bord bereiten wir uns einen 1a–Auflauf zu – ein Essen mit Premiumsqualität.
Inzwischen regnet es richtig und das bleibt auch die Nacht über so, die Front
eines Tiefausläufers überquert uns.
9.8.2013 (Freitag):
Das Boot bleibt an der
Tonne, wir fahren mit dem Schlauchboot zur Insel Bryher.
Inzwischen wieder Sonnenschein und angenehme Temperaturen, für die Wanderung
über die Insel das richtige Wetter. Zuerst Richtung Norden, vorbei an
unberührter Natur und mit Blicken in Richtung Durchfahrt bzw. Atlantik. Hier
ist sie, die Karibik Cornwalls. Die langen, weißen Strände an Tresco‘s Ostseite leuchten um die Wette mit dem Türkis und
Blau des Wassers. Auf der anderen Inselseite laufen wir in Richtung Süden zum
Hell Bay Hotel (Kaffeepause), bald erreichen wir die südliche Spitze der 133ha
großen Insel. Zwischendurch erwacht das Kind im Manne, durch die Ebbe sind
einige Boote trockengefallen, Blumen in Vorgärten und Mittag im Rock Cafe in
der Nähe der Bucht, wo unser Schlauchboot liegt.


An Bord trödelt jeder
so vor sich hin, etwas Ruhe gehört auch mal zum Bordalltag. Das Schlauchboot
wird an Deck festgezurrt, morgen geht es nach Land’s
End.
10.8.2013 (Sonnabend):
6:15 Uhr abbinden der
Leine von der Tonne und auf geht es Richtung englisches Festland. Der Himmel
ist bedeckt, Wind aus NW mit 3kn, dafür von gestern noch Dünung. Bei
Morgendämmerung vorbei am Leuchtfeuer Round Island RC

9:40 Uhr haben wir den Leuchtturm Wolf Rock und Land’s
End querab. Immer noch kein Wind zum Segeln, positiv, dass die Tide uns von
hinten schiebt, wir fahren mit 7,5 Kn über Grund, Kurs 89°. 15:00 Uhr vor Lizard Point, nach wie vor entlang der Cornwall-Steilküste
unter Maschine, nur ist die Tide inzwischen gegen uns. Es ist Cornwall –
Wetter, d.h. meist nieselt es. Man kann sich gut vorstellen, entlang der Küste
zu wandern (dabei Rosamunde Pilcher –
Fernsehfilm-Landschaften im Kopf), landseitig grüne Wiesen und goldgelbe
Kornfelder mit abtrennenden Steinmauern, meerseitig zerklüftete Felsen. Die
Crew ist zu einigen Späßen aufgelegt, ein aufmerksamer Skipper. 1½ h vor
unserem Ziel können wir segeln. 17:30 Uhr legen wir ins Päckchen in dem Visitors Yacht Haven Falmouth an.
(Liegegebühr 28£)

11.8.2013 (Sonntag):
Jörg
Sielisch verlässt uns nach dem Frühstück. Heute ist
in Falmouth Ruhetag, wir wandern in der Stadt, zum Pendennis Castle und zur Pendennis
Marina. Das Castle ist Cornwalls größte Festung, erbaut von Heinrich VIII und
bis in den 2. Weltkrieg militärisch genutzt. In Falmouth
gibt es ein Event-Wochenende mit mehreren Regatten, die wir vom Castle aus
beobachten. Am späten Nachmittag trifft Kai-Uwe ein, der den Platz von Jörg Sielisch in den nächsten Tagen einnimmt. Abends zu Fish und Chips in ein Restaurant in Hafennähe.


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