19.8.2013 (Montag):
 
Ruhetag in Dover, der wird zur ausgiebigen Besichtigung des Dover Castle, der von Henry II errichteten Wehranlage, genutzt. Mit ihren 6m dicken Mauer erhebt sich das Castle weithin sichtbar über den weißen Kippen von Dover. Mit dem mächtigen Kreidezacken von Shekespeare Cliff westlich von Dover erreichen sie ihre höchste Erhebung.
Dover Castle ist neben dem Tower of London die größte und besterhaltenste mittelalterliche Burganlage von Europa. Im 12. Jahrhundert wurde der quadratische Bergfried errichtet, um den im 12. Und 13. Jh. weitere Befestigungsmauern gezogen wurden. Der Bergfried wurde als mittelalterlicher Königspalast restauriert. Der Rundblick vom Dach ist überwältigend. Innerhalb des Castles der im 1.Jh. von den Römern erbaute Leuchtturm, der Pharos. Daneben die in sächsischer Zeit (um das Jahr 1000) errichtete Kirche St. Mary-in-Castro.
 

 
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Ein bis zu 6km Länge ausgebautes System von Tunneln und Wehrgängen durchzieht die Felsen unter Castle Dover. Hier befinden sich die Secret Wartime Tunnels, eine Befehlszentrale im 2. Weltkrieg. Von hier aus organisierten Winston Churchill und Admiral Ramsay im Mai 1940 den Rückzug der 300 000 Mann starken alliierten Truppen aus Dünkirchen und die Luftschlacht um England. Im Rahmen einer Führung besichtigen wir die ehemals geheimen Tunnel mit Besprechungsräumen, Kommunikationsanlagen und das unterirdische Feldlazarett – alles sehr beeindruckend.

 
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Nach der 3-stündigen Castle-Besichtigung bei bestem Wetter Mittagessen im Pub “The Eight Bells”, dann Stadtrundgang. Jörg hat inzwischen die Segellatten und die Lattentaschen am Großsegel repariert. Abends Pub-Besuch mit Guinnes, Ale,…

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20.8.2013 (Dienstag):

Nach Öffnung der Schleusentore verlassen wir 8:15 Uhr Dover, den sehr stark frequentierten Passagierhafen. Zurück ein Blick auf Festung und Kreidefelsen. Dann geht es über die Fährlinie im spitzen Winkel zuerst zum Verkehrstrennungsgebiet des Ärmelkanas. Heute muss der Motor arbeiten, es ist kaum Wind, so wie auch schon bei windfinder.com vorausgesagt. Das Verkehrstrennungsgebiet queren wir vorschriftsgemäß rechtwinklig. Dann weiter entlang der französischen Küste mit viel Industrie. 15:30 Uhr erreichen wir die belgische Grenze. Der Wind kommt inzwischen mit 12kn aus NNW, die Sonne scheint. 17:15 Uhr machen wir nach 59sm in der VVW Marina in Nieuwpoort fest.

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Zum Abendessen laufen wir in die Stadt, heute wollen wir Muscheln essen und das gelingt natürlich bei den vielen Restaurants.

  
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21.8.2013 (Mittwoch):

Heute verabschieden wir Kai, er fährt mit Straßenbahn und Zug nach Hause. 7:00 Uhr sind wir an der Tankstelle, dann geht es Richtung Meer. Der Wind ist heute wieder sehr schwach, er kommt aus SO. Zur Unterstützung des Motors ziehen wir das Groß und setzen die Fock. Die Strömung ist mit 1kn gegen uns. Wir erreichen über Grund 5kn. 13:30 Uhr Grenzübertritt bei einem Kurs von 53°, jetzt schieben uns 2kn zusätzlich, der Wind reicht weiterhin nicht, um ohne Motor zu segeln. Wir entschließen uns, bei diesen Windverhältnissen nicht Vlissingen anzulaufen, sondern weiter nach Scheveningen zu fahren. 19:00 Uhr haben wir Europoort, den Hafen von Rotterdam querab. Dabei queren wir wieder ein Verkehrstrennungsgebiet, dieses Mal sind viele große Frachter unterwegs, am Ufer gewaltige Industrieanlagen.

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Nach 14 ½ h legen wir in Scheveningen, einem Stadtteil von den Haag in einer Marina an, Platz ist nur im Päckchen. 86sm sind wir unserem Ziel nähergekommen. Heute fällt die Stadtbesichtigung aus, wir kaufen nur noch ein und fallen dann in die Kojen.

22.8.2013 (Donnerstag):

7:45 Uhr verlassen wir den Hafenbereich und fahren an der Küste von Scheveningen vorbei. Ein schönes Seebad – ein Besuch hätte sich sicher gelohnt, am Horizont die Hochhäuser von den Haag. Die Wetterkarte „verspricht“ uns kaum Wind, und so ist es morgens auch. Es strömt anfangs noch in unsere Richtung, die Strömungskante ist nahe der Untiefentonne gut erkennbar.

 
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Wir fahren entlang der holländischen Küste, viele Sandstrände und ab und zu Dörfer hinter den Dünen. 11:00 Uhr haben wir Wind aus SSW mit 9kn, wir setzen den Gennaker. Inzwischen strömt es gegen uns. 12:30 Uhr können wir das Großsegel dazu benutzen. Gegen 14:00 Uhr  muss der Gennaker geborgen werden, das das Boot in den Wind schießt. Nach einer halben Stunde wird es wieder so wenig, dass der Motor mit 1500 Umdrehungen mitlaufen muss, um gut gegen die Strömung anzukommen. Wir fahren an schönen sauberen Stränden entlang der niederländischen Küste und kleinen Dörfern, die meist hinter den Dünen liegen, vorbei. 17:45 Uhr ist der Leuchtturm Grote Kaap querab. 18:00 Uhr bergen wir die Segel, 18:30 Uhr haben wir in dem sehr vollen Hafen Den Holder einen Platz im Päckchen gefunden. Heute waren es 62sm, gesegelt davon nur 20.
Abendbrot an Bord und ein kleiner Spaziergang.
Größter Arbeitgeber der Marinestadt ist die seit 1815 ansässige Königliche Marine und deren verwandte Bereiche. Zwischen Den Helder und Texel liegt das Marsdiep, der einzige Zugang für größere Schiffe von der Nordsee zum IJsselmeer und somit zu den früher wichtigen Handelsstädten und -häfen Hoorn und Amsterdam.

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23.8.2013 (Freitag)/24.8.2013(Sonnabend):

Wir legen bereits 5:30 Uhr ab, sowohl der Hafenmeister wie auch einheimische Segler haben uns das empfohlen. Damit können wir längere Zeit die schiebende Strömung ausnutzen und kommen mit Hochwasser durch die Enge zwischen Noorderhake und Texel (sonst wäre ein größerer Umweg erforderlich). Wieder müssen wir motoren, der Wind kommt mit 3kn aus NO, der Himmel ist teilweise bedeckt, das Wasser glatt. 10:30 Uhr beraten wir nochmals wegen des Ziels. Geplant war Brandaris auf Terschelling. Da ab morgen aber östliche Winde mit 4 bis 5Bft angekündigt sind, wollen wir lieber etwas weiter fahren und auch hier den Rat der einheimischen Sportfreude nutzen, nicht in Borkum sondern in Norderney anzulegen. Sowohl in Brandaris als auch in Borkum wären am nächsten Tag größere Strecken rückwärts zurückzulegen. An den Westspitzen der Inseln sind sehr flache, teilweise trockenfallende Gebiete bzw. Riffe.

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Bis 14:00 Uhr weht uns nur schwacher Wind entgegen – also motoren. Dann reicht es zum Segeln, hoch am Wind kreuzen. Wir bewegen uns dabei zwischen den Inseln und dem Verkehrstrennungsgebiet. Ab 18:00 Uhr Wacheinteilung – Zweierwache immer 3 Stunden. Und so die gesamte Nacht hindurch.
01:50 Uhr passieren wir die Grenze Niederlande/Deutschland. 19h sind wir von Den Helder aus unterwegs, von Venedig bis hierher haben wir rund 4150sm zurückgelegt, von Dover bis Deutschland in ~55 Stunden.
Der Wind und damit auch die Wellen nehmen zu, zuerst muss einmal gerefft werden, gegen 4:00Uhr kommt dann das 2. Reff ins Groß. Durch das Kreuzen verlängert sich natürlich die über Grund zurückgelegte Strecke, aus den 114sm werden 140sm. Nach 27h erreichen wir bei besonders niedrigem Wasser Norderney und haben leichte Probleme mit dem zwar betonnten Fahrwasser, aber neben den Tonnen sehr flachen Stellen. Wir sind schnell wieder vom Sand runter, die Fähre hatte größere Probleme wieder das freie Wasser zu erreichen. Wegen der Springtide ist das Wasser besonders flach (½m unter Normaltief), so dass wir im Sporthafen bei unserer Ankunft um 9:30 Uhr nicht anlegen können. So benutzen wir erstmal die Pier und verlegen uns 10:30 Uhr in den Sportboothafen Norderney. Liegegebühr einschließlich Kurtaxe hier 31,50€. Nachmittags der obligatorische Stadtbummel. Es sind viele Gäste hier, die Fußgängerzonen und Restaurants sind voll Menschen. Am Strand kann man gemütlich sitzen und auf das Wasser blicken. Der Himmel ist blau, die Sonne scheint, was will man mehr.

 
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25.8.2013 (Sonntag):

Damit wir noch aus unserem Stand kommen, müssen wir zeitig ablegen (6:30 Uhr). Wir wusseln uns wieder durch das Fahrwasser, jetzt ist es aber nicht so problematisch, da das Wasser noch genügend hoch ist. Beim Setzen der Fock bricht die Rolle, also ist reparieren angesagt. Bei 24kn Wind nicht so ganz einfach. Jörg wechselt vorn die Rolle, Detlef bedient die Schoten und Falle und Hillu das Steuerrad. Nach einer halben Stunde ist es geschafft, 8:00Uhr kann der Motor aus. Wir segeln mit 2x gerefftem Groß und Fock bei Wind aus ONO hoch am Wind. Der Strom schiebt uns, wir reichen oft eine Geschwindigkeit von über 8kn über Grund. Da wir nicht durch das Verkehrstrennungsgebiet wollen (man darf es nur rechtwinklig durchfahren), kreuzen wir bis zur Höhe des Leuchtfeuers Wangerooge und können dann hoch am Wind Richtung Helgoland segeln. Unterwegs müssen wir gut aufpassen, mehrfach kreuzen große Schiffe unseren Weg. Vor Helgoland ist nur ein Holeschlag erforderlich, dann können wir den Sportboothafen erreichen. Bei einer Windstärke von 21kn laufen wir nach 11h ein, im Innenbereich sind wenig Wellen, wir finden einen Liegeplatz als Dritte im Päckchen. Heute war es ein toller Segeltag, bei Sonnenschein und guter Sicht sind wir in 9h 60sm gesegelt.
Abends leisten wir uns, Knieper zu essen, eine Delikatesse auf Helgoland. Die Taschenkrebse werden vorrangig um Helgoland gefangen und ihre Scheren zum Essen zubereitet. Die „Bunte Kuh“ war die Empfehlung dafür, leider gab es keinen Platz mehr. Aber auch im nächsten Restaurant war es für alle lecker.

 
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