26.8.2013 (Montag):
Wir legen 7:20 Uhr ab,
auch heute müssen wir uns wegen des Niedrigwassers beeilen. An die Tankstelle
kommen wir gerade noch ran, eine halbe Stunde später hätte die Wassertiefe
nicht mehr gereicht. Den zollfreien Diesel zu tanken, lohnt sich. (49,2l für
54€). Bis zur grünen Ausfahrts-Tonne mit Motor, dann brausen wir mit Fock und
2. Reff im Groß Richtung SO. Der Himmel ist blau, die Wellenhöhe beträgt 1m,
der Wind kommt, wie vorausgesagt, aus ONO mit 21kn. 10:15 Uhr schwächt sich der
Wind auf 18kn ab, also Segel bis zum 1. Reff ausschütten. Ab 13:55Uhr segeln
wir bei 15kn Wind mit Vollzeug und kreuzen die Elbe aufwärts. Dabei haben wir
mindestens 2kn mitlaufenden Strom, so dass der Speed durchs Wasser über 7kn
beträgt. In der Zufahrt zum Elbedelta geht die Selbststeueranlage plötzlich
nicht mehr. Jörg stellt später fest, dass eine 10-Schraube gebrochen ist. Ab
jetzt sind wieder alle abwechselnd am Steuer gefragt. 18:00Uhr bergen wir nach
einem wunderschönen Segeltag die Fock und das Groß und fahren unter Motor zur
Schleuse Brunsbüttel. Wir haben Glück, ohne Wartezeit werden wir geschleust und
können bereits 18:45 Uhr im Sportboothafen Brunsbüttel anlegen. 65 gesegelte
Seemeilen sind es heute, nur 4sm mit Motor.

27.8.2013 (Dienstag):
Nachdem wir gemütlich gefrühstückt
haben, legen wir 7:15 Uhr ab. Die Sonne scheint, über dem Kanal steigt
schwacher Frühnebel empor. Die Sicht ist gut, wir können in den
Nord-Ostseekanal einlaufen. Heute sind 45sm mit Motor geplant. Da meine Karten
nur Seekarten sind, fehlt die Anzeige des Kanals. Wir fahren natürlich nicht
über Land.
Mit einer Geschwindigkeit von 5,5kn bis 6,5kn sind wir unterwegs, werden nur
selten durch große Schiffe ausgebremst. Da gestern alle Geschäfte geschlossen
hatten, konnten wir noch keine neue Schraube kaufen, also geht es heute ohne
Selbststeueranlage durch den Kanal. In Rendsburg legen wir an und haben Glück,
gleich neben der Anlegestelle ist eine Metallbau GmbH und dort bekommt Jörg
eine Schraube und repariert gleich die Selbststeueranlage.
Einkaufsmöglichkeiten sind auch in der Nähe, also wird gebunkert. Die
Eisenbahnbrücke mit Fähre ist eine sehr interessante Lösung. Auf der Fähre
werden auch Autos über den Kanal gebracht.

Ich wusste vorher gar nicht, dass mein
Jockel auch Reeder ist:

17:20 Uhr erreichen wir die Wartestelle
für Sportboote der Schleuse Kiel-Holtenau, nach 25min können wir Einlaufen und
machen 18:15 Uhr im Sportboothafen fest. Für die Kanalfahrt sind 18€ zu zahlen,
Liegegebühr im Hafen 10€. Wie schon in Brunsbüttel ohne Strom und Wasser. Heute
ist noch Zeit, bei Sonnenschein durch Holtenau zu bummeln, Abendbrot in einem
Restaurant an der Pier noch die Sonne genießend.
28.8.2013 (Mittwoch):
Bei kaum Wind, blauem Himmel legen wir
7:40 Uhr in Holtenau ab. Nochmal ein Blick zurück zur Schleuse und zu der Pier
mit den Traditionsschiffen. Mit Motor geht es durch die Kieler Förde, vorbei an
Laboe. Mit uns sind mindestens 7 Schiffe der Bundeswehr
unterwegs. Wir befürchten, dass für uns ein großer Umweg notwendig ist, um das
mögliche Schießgebiet zu umfahren. Aber wir haben Glück – am Horizont kommt
See-Nebel auf. Aus den Funkgesprächen entnehmen wir, dass man das Gebiet
durchfahren kann. Später kommt dann die Mitteilung, dass doch ein Bereich
gesperrt ist, aber da sind wir schon durch. Es ist nur sehr schwacher Wind, wir
müssen motoren. Ab 10:20 Uhr sind wir in der Brühe –
Sicht etwa 100m. Gegen Mittag wird die Sicht besser und die Sonne kommt durch.
Wir nähern uns Fehmarn (10sm), können die Insel aber noch nicht sehen. Nach
einer halben Stunde klart es so auf, dass die Fehmarn-Brücke zu sehen ist. Die
Sonne scheint vom blauen Himmel, Wind mit 3kn ist für das Segeln nicht
ausreichend. Also weiter mit dem Motor fahren. Nach 43sm und 8¼ h legen wir an
der Tankstelle und anschließend im Stadthafen von Burgstaaken an. Der Preis ist
nicht mit Helgoland zu vergleichen, hier kostet 1l Diesel 1,65€.


29.8.2013 (Donnerstag):
9:15 Uhr wird erst abgelegt, wir können
vom Segelmacher noch einen neuen Mastrutscher kaufen.
Jörg baut ihn gleich an, während Detlef und Hillu noch ein bisschen albern
spielen.
Nachdem wir den Fahrrinnenbereich verlassen haben, setzen wir Groß und
Gennaker. Mit 4,5kn werden wir bei 7kn Wind aus WSW zwar nicht besonders
schnell, aber ohne Lärm Richtung Warnemünde (Kurs 115°) getrieben. 14:30 Uhr
entscheiden wir, den Gennaker zu bergen und mit Motor weiter zu fahren. Die
Geschwindigkeit über Grund war nur noch 2kn. 17:20 Uhr haben wir im Alten Strom
in Warnemünde angelegt, nach 19 gesegelten Seemeilen und 17sm mit Motor. Abends
haben wir im Restaurant “Bier- und Branntweinkontor“ am Alten Strom leckeren
Fisch gegessen (ist empfehlenswert!).


30.8.2013 (Freitag):
Wir verabschieden Reinhard. Er war mit
uns 607 Seemeilen unterwegs. 8:00 Uhr legen wir ab, der Wind ist wieder so
schwach, dass nur die Motorkraft uns vorwärts bringt. Das Wasser ist glatt, es
ist etwas diesig. Nach 1½ h können wir mit Groß und Gennaker segeln, der Wind
kommt aus SSW mit 6kn, inzwischen scheint die Sonne bei leicht bedecktem
Himmel. 5 ½ h klappt es mit dem Segeln, dann nimmt der Wind auf 4kn ab. Wir
müssen den Motor benutzen und entscheiden, das 20sm entfernte Barhöft anzulaufen. Nach Vitte
wären es noch 6sm weiter. Wir fahren Richtung LT Gellen und biegen dann
rechtwinklig in das betonnte Fahrwasser westlich von Hiddensee
ab. Vor Barhöft noch durch das Tonnengewirr und nach
54sm sind wir 18:20 Uhr in Barhöft. Ein sehr netter
Hafenmeister nimmt uns 19€ Liegegebühr ab, hier gibt es sogar Internet an Bord.

31.8.2013 (Sonnabend):
Wir tanken in Barhöft
und los geht es in Richtung Norden. Gleich nachdem wir den flachen Bereich
verlassen haben, setzen wir die Segel (Groß und Fock). Der Wind kommt mit 7kn
aus W, die Sonne scheint, es ist diesig. Nach einer ¾ h entscheiden wir uns für
den Gennaker und erreichen eine Geschwindigkeit von 7kn und mehr. 10:30 Uhr
nimmt der Wind auf 14kn zu, zu viel für den Gennaker. Mit Groß und Fock
erreichen wir bei achterlichem Wind 6,5kn Speed.
Vorbei geht’s mit 6 bis 8kn an Kap
Arkona, über das Tromper Wiek,
am Königsstuhl und der Stubbenkammer. Wir steuer
abwechselnd selbst, für die Selbststeueranlage sind die Wellen zu hoch. Kurz
vor Saßnitz bergen wir die Segel, in 6 h sind wir bei Sonne, aber teilweise
bedecktem Himmel 39sm gesegelt. Der Wind pfeift immer mehr, in Böen bis zu
24kn. Hinter der Mole sind zumindest keine Wellen mehr und das Anlegemanöver
klappt wie meist gut. Dann wieder der fast obligatorische Stadtbummel. Gegen
Abend beginnt es zu regnen und es wird auch recht kühl.

1.9.2013 (Sonntag):
7:45Uhr wird abgelegt, gleich im
Hafenbereich setzen wir das Groß. Da es tüchtig pfeift, das Groß 1xgerefft und
die Fock dazu. Der Wind kommt mit 10kn aus WSW bei einem Kurs von 140°
erreichen wir 6,5kn. Nach einer halben Stunde kommt das 2. Reff ins Groß und so segeln wir bis zur Einfahrt Swinemünde. Zurück ein schöner Blick auf die Stubbenkammer, die weißen Kreidefelsen leuchten in der
Sonne. Ähnlich schön sind Binz, Sellin und Baabe vom
Bord aus zusehen. Vorbei geht es mit „Rauschefahrt“ (7 bis 8kn) an der
Greifswalder Oie, der Wind nimmt auf 20kn zu und wir
steuern das Boot per Hand. 15:00 Uhr sind wir bereits im Yachthafen Swinemünde, die 44sm haben wir in 7 Stunden geschafft.

Parallel zu uns laufen Boote ein, die an der Hanse-Regatta teilnehmen. Im
Yachthafen also viele Hanseboote unterschiedlichster Größe. Abends laufen wir
zum Westfort, einer 1861 errichteten preußischen
Festungsanlage. Daneben ist ein gutes Restaurant, das wir von unserem
vorjährigen Aufenthalt schon kennen und essen dort
Fisch.