17.6.2013 (Montag):
Die Nacht war sternenklar, die Milchstraße wunderbar zu sehen. Ich habe zum1. Mal gesehen, wie der Mond im Wasser untergeht. Zuerst hat er lange das Wasser zum Glitzern gebracht, dann wurde die Sichel orangerot und bald war nichts mehr vom Mond zu sehen. Jörg hat mich um 3:45 Uhr abgelöst. 5:30 Uhr frischt der Wind endlich auf. Groß und Fock bringen einen Speed von ~5kn, der Motor wird nicht mehr gebraucht. 6:00 Uhr der Sonnenaufgang, 7:30 Uhr haben wir Cap Carbonara querab. Der Wind hat sich auf 16kn aus NO stabilisiert, bei Sonne und blauem Himmel geht es raumschots mit 8kn entlang der sardinischen Südküste. 10:45Uhr erreichen wir Porto di Marina Piccola, die etwas außerhalb von Cagliari liegt. Die Altstadt lässt sich aber gut mit dem Bus erreichen, preismäßig geht’s mit den 60€ Liegegebühren für Sardinien. Und Feo, der morgen einfliegt, ist telefonisch informiert, wo wir uns befinden. Wir sind insgesamt 177 sm unterwegs gewesen. 64,8 l Diesel haben wir für die Überfahrt verbraucht. (Tankstelle ist in der Marina).
Allein (Hillu&Jörg) waren wir 417sm unterwegs, davon nur 193 segelnd - der schwache Wind hat leider nicht mehr hergegeben.

    
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Im Hafen ist erst mal Ausschlafen angesagt. Und am späten Nachmittag dann der obligatorische Stadtbummel. Mit dem Bus zum Rathaus, das im neugotischen Stil aus weißem Marmor erbaut wurde. Weiter geht es in das Burgenviertel hinauf zur Bastion San Remy. Sie ist eine Aussichtsterrasse und Treffpunkt der Cagliaritaner - im klassizistischen Stil gebaut. Weiter hinauf zum Dom von Cagliari (Kathedrale Santa Maria di Castello), von den Pisanern im gotisch-pisanischen Stil errichtet. Das Innere des Doms ist im Barockstil gehalten. Der kunstvoll geflieste Boden aus Buntmarmor, der Altar mit Steinintarsien, die Deckengemälde und die sakralen Skulpturen sind  zu bewundern.
 
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Zurück geht es durch enge Gassen mit einer kurzen Ruhepause im Cafe Antico, direkt vor der Bastion San Remy. Im Hafenviertel noch ein Blick in die Marinas in der Nähe der Via Roma und mit dem Bus zurück zur Marina Porto Piccola.


18.6.2013 (Dienstag):

Ruhetag in Cagliari: Einkaufen, Wäschewaschen, Boot weiter saubermachen, auf Feo warten, der gegen 17:00 Uhr eintrifft, und die Einweisung für Feo.
Der Wind hat sich heute wieder eingepustet, es pfeift in den Wanten, 25kn messen wir im Hafen. Die Sonne scheint vom blauen Himmel. 19:15 Uhr gehen wir in dieses nette Restaurant mit wunderschöner Aussicht auf die Marina und das Meer – ein herrlicher milder Abend.

 
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19.6.2013 (Mittwoch):

   
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7:00 Uhr wird abgelegt, wir haben 63sm vor uns, der Wind hat sich über Nacht ausgepustet, nach ½ h motoren können wir mit Groß und Fock segeln. Wind aus OSO mit 9 kn, hoch am Wind erreichen wir unseren Sollkurs von 202°, gegen 11:00 Uhr wird der Wind immer dünner, der Motor muss mit 1500 Umdrehungen mitlaufen und das leider den ganzen Tag. Die Dünungswellen sind unangenehm (bis 1½ m hoch). Immer, wenn wir um ein Kap herum sind, dreht der Wind mit und bleibt bei einer Stärke von 7kn – nicht ausreichend, um unser Ziel nur segelnd im Hellen zu erreichen. Die sardinische Küste ist interessant, oft schroffe, hohe Felsen, die steil ins Meer abfallen. Es gibt auch viele Ankerbuchten mit schönen Sandstränden. Unser Ziel ist Carloforte auf der Insel San Pietro, nach Beschreibung das Schönste, was das Revier zu bieten hat. Und es stimmt – unser Liegeplatz, den wir 19:00 Uhr erreichen, liegt an der palmengesäumten Via Cavour. Zwei-bis dreistöckige pastellfarbene Hausfassaden, saubere Straßen und schmale Gassen prägen das Gesicht dieser Stadt. Und auch gegen 22:00 Uhr ist überall noch Leben. Schade, dass wir morgen schon weiter müssen. Diesel muss noch nachgetankt werden (25,5 l), denn die Windvorhersage für die nächsten Tage verspricht nichts Gutes.

  
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20.6.2013 (Donnerstag)/ 21.6.2013 (Freitag):

Zuerst gemütlich frühstücken, dann geht es los auf unsere 193sm lange Überfahrt. Der Wind kommt uns mal wieder entgegen, mit 12kn scheinbaren Wind aus WNW, wir setzen die Segel und beginnen zu kreuzen. Nach einer ½ h beenden wir den Versuch und lassen den Motor mit 1500 Umdrehungen mitlaufen. Nach 1½ h ein erneuter Versuch, es ohne Motor zu schaffen, den wir aber wieder ergebnislos abbrechen. Erst 16:00 Uhr stabilisiert sich der Wind langsam, er dreht auf NW –wir können langsam (mit 3 bis 4kn) unseren Sollkurs von 285° segeln. Ab 20:00 Uhr ist Wacheinteilung, die 1. Wache: Hillu – die mit dem Sonnenuntergang.

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2. Wache : Feo, 3. Wache : Jörg. Es gibt kaum Schiffsbegegnungen.
Ab 0:30 Uhr muss der Motor wieder mithelfen, der Wind kommt mit 8 kn aus NW, Nursegeln würde Kreuzen bedeuten und bei dieser Windstärke wäre unser Ziel sicher heute nicht mehr erreichbar. Und so brummt nun der Motor leider auch am Tage weiter mit. Das einzig Nennenswerte sind viele spanische Galeren, die an uns vorbeitreiben, ansonsten blauer Himmel, Sonnenschein, hohe Temperaturen und wenig Wind. Gegen 18:00 Uhr ein Highlight: mindestens 6 Delfine begleiten unser Boot, sie scheinen mit uns zu spielen, drehen sich auf die Seite und vollführen Sprünge aus dem Wasser. 21:00 Uhr geht die Sonne unter, Menorca ist schon einige Zeit in Sicht. Da die Insel ein eher flaches Plateau ist (höchster Berg ist 358m), war der Ruf „Land, Land,   “ ziemlich spät.

     
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21:45Uhr sind die 193sm geschafft und wir erreichen Mahon, die Hauptstadt von Menorca. Mahon hat einer der größten Naturhäfen der Welt, am Eingang des Fjords erwartet uns eine vieleckige Festungsanlage, dann geht es vorbei an der Lazarettinsel und der Illa del Rei (ehemaliges Militärkrankenhaus) hinein in die Stadt. Wir machen an der Tankstelle fest und bleiben dort über Nacht.

  
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22.6.2013 (Sonnabend):

8:00 Uhr können wir tanken, 77l Diesel passen in den Tank. Dann versuchen wir im Stadthafen einzuklarieren, aber leider ohne Erfolg. Der Hafenkapitän ist sonnabends nicht erreichbar. Also legen wir fest, als Feo vom Einkaufen zurück ist, Mahon zu verlassen und die Insel südlich zu umrunden.

   
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Wir wollen nach Ciutadella, zwischendurch aber einen Badestopp machen. 10:30 Uhr können wir endlich mal wieder segeln, mit Wind aus NO und 8Kn kommen wir ganz gut vorwärts. Dieser „heiße Ofen“ überholt uns natürlich. In der Cala Galdana ankern wir zum Baden (Sandgrund, kristallklares Wasser, hohe ausgewaschene Felsformationen).

  
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16:40 Uhr erreichen wir das Capo de Antrux, ab da geht’s nach Norden. Der Hafen von Ciutadella, den wir nach 37sm (29sm gesegelt) erreichen, ist total überfüllt. Hier findet ab 23.6. das größte Fest auf Menorca statt, die Reiterfestspiele San Juan. Wir müssen relativ weit vorn in der Fjordeinfahrt festmachen – mit Buganker und Landfesten. War nicht ganz einfach - mehrere Manöver waren dazu notwendig. 19:00 Uhr geht es mit Schlauchboot zur Stadtbesichtigung der ehemaligen Hauptstadt. Der Altstadtkern mit Rathaus, Kathedrale, der Marktplatz und weitere Kirchen und Kloster stehen unter Denkmalschutz. Am Vorabend des Pferdefestes überall Leben: auf Straßen und Plätzen wird gesungen und getanzt, die Restaurants sind überfüllt. Es macht Spaß, diese Lebensfreude zu sehen.

 
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23.6.2013 (Sonntag):

7:30 Uhr Ablegen, Schlauchboot wieder an Deck verzurren und los geht es Richtung Mallorca. Nach 3sm stellen wir fest, dass uns der rote Ei-Fender fehlt, also nochmal zurück. Wir haben Glück, er hatte sich zwischen den Leinen anderer Boote verfangen und mit Hilfe eines österreichischen Seglers konnten wir ihn wieder an Bord festmachen. Ab 8:25 Uhr nun nochmal Richtung WSW und leider wieder fast die ganze Strecke mit Motor. Begründung, wie gehabt: zu wenig Wind und dann noch genau aus der Richtung, in die wir wollen. Die letzten 8sm von den 42sm können wir segeln. Wir legen auf Mallorca in Puerto de Pollensa an, eine gut geschützte Bucht zwischen Cabo del Pinar und Capo de Formantor, tanken einen Kanister Diesel. Erstmal eine Ruhepause - dann der obligatorische Bummel durch die Stadt. Es ist eine typische Touristenstadt mit schönen Sandstränden.
Jörg baut den Diodenverteiler ein. Zum Abendbrot leisten wir uns heute eine Paella, im Restaurant direkt vor unserem Boot, Life-Musik inclusive. Es ist ein angenehmer lauer Abend mit Sonnenuntergang über den Bergen. Der Windbericht für morgen verspricht uns einen Segeltag.
 
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