1.7.2013 (Montag):
7:45 Uhr legen wir ab, die ersten drei Stunden muss wieder der Motor arbeiten
und die Dünung ist unangenehm. Mit 5kn Wind aus O bei einem Kurs von 200° ist segeln
nicht optimal. Danach geht es dann mit 5,5kn Speed raumschoots bei Wind aus ONO
und einem Kurs von 170° entlang der Costa Blanca. Die Küste ist stark bebaut,
viele Feriensiedungen liegen an den zur Küste abfallenden Hängen. Es ist ein
abwechselungsreicher Abschnitt der spanischen Levante: lange weiße Strände und
schroff ins Meer stürzende Kaps.
13:40 Uhr liegt das Capo de Palos querab, wir ändern den Kurs auf 250°, mit
10kn Wind aus NNO rauschen wir unserem Ziel entgegen. 15:00 Uhr verklemmt sich
bei einer Kuhwende die Dirk in die Achterstag – Hahnepoot - Rolle . Mit
mehreren Wenden und Jörgs Körpereinsatz war das Problem nach einer ¼h gelöst,
leider passierte das Gleiche eine halbe Stunde später nochmal. Da es nur noch
2,5sm bis zum Ziel waren, haben wir die Segel geborgen und sind mit dem Motor
nach Cartagena gefahren. 16:45 Uhr waren wir quer zur Pier fest, nach einer
kurzen Pause dann die “Reparatur”: Tape um die Rolle. Von den insgesamt 56sm
konnten wir zumindest 36sm segelnd zurücklegen. Die Liegegebühren von 34€ sind
ok.
Von dem palmengesäumten Boulevard neben unserem Schiff kann man sehr gut das
Stadtzentrum erreichen – alles sehr sauber und saniert. Es macht Spaß in der
langen Füßgängerzone zu flanieren, wir tuen es den Spaniern gleich. Ein
Amphit-Theater aus der römischen Zeit kann besichtigt werden – von hier hat man
einen schönen Blick auf die Marina. Für den 70m hohen Festungshügel fehlt uns
Lust und Zeit.
Meine Internetverbindung geht z. Z. nur sparodisch, heute hat es mal wieder mit
der Übertragung geklappt. Also bitte in Zukunft nicht ungeduldig werden.
2.7.2013 (Dienstag):
8:15 Uhr ablegen, zur Tankstelle fahren, 25 l tanken. 9:10 Uhr verlassen wir
erst den Hafen. Es ist schwacher Wind, Sonnenschein, heute nur wenig Dünung.
11:15 Uhr für 20min Badestopp, alle Mädels an der Leine. 12:00 Uhr kommt heute
der Wind (Thermik, die Isobaren können nicht dafür sorgen), Motor aus und
segeln mit 5,5kn, Kurs 240°. Es geht entlang der Costa Calida mit dem Ziel
Garrucha.
15:00 Uhr muss der Motor zusätzlich arbeiten, der Wind nimmt auf 5kn ab. Als
Mittag wird heute griechischer Salat an Bord zubereitet. Kurz vor der
Hafeneinfahrt bergen wir die Segel, insgesamt waren es heute 49sm. Der Hafen
ist neu angelegt, allerdings noch reichlich leer. Liegegebühr mit 36€ auch
okay. Abends wieder Stadtbummel mit einkaufen und essengehen, heute mal wieder
eine Paella. Die Stadt hat einen schönen Strand und eine mit Bäumen beflanzte
Promenade mit natürlich vielen Restaurants, Bars und Souveniergeschäften.

3.7.2013 (Mittwoch):
…

8:15 Uhr verlassen wir die Marina, bei Wind aus SSW mit 6kn und einem Kurs von
200° bleibt wieder nur motoren. Man kann auch an der Wetterkarte erkennen, das
uns heute kaum etwas anderes als gestern erwartet. 11:00 Uhr setzen wir das
Groß, sehr hoch am Wind unterstützt es den Motor, vorbei geht es an einigen
Caps und einer ansonsten wenig bebauten Küste. Der gesamte Bereich ab Punta de
la Media Naranja ist Naturpark. An stark ausgewaschenen, steil nach unten
fallenden Felsen fahren wir dicht vorbei. Der Küstenbereich heißt Costa de
Almeria.
14:45 Uhr erreichen wir das Capo de Gata, ab hier geht es für uns über einen
langen Zeitraum westwärts. Zum Baden wieder die Leine, die Segel flattern nur
im schwachem Wind. Hoch am Wind segeln wir in den Golf von Almeria, die
Temperaturen sind angenehm, mit 8kn Wind aus SW geht es zwar langsam, aber ohne
Motorgeknatter vorwärts. 17:20 Uhr muss der Motor unterstützend eingreifen, es
sind noch 7sm zu unserem Ziel Almeria. Dort legen wir in der Marina Club des
Mar an. Von den 53sm sind 25sm unter Segel zurückgelegt. Marinagebühr 26€.

4.7.2013 (Donnerstag):
Heute ist Ruhetag. Jörg repariert die Fock – es sind einige Nähte
nachzunähen. Anke, Margit und Hillu erkunden die Stadt. Das Stadtbild
ist nordafrikanisch geprägt: enge Gassen, alte, weiße Häuser, Gärten und
Palmenalleen. Wir gehen entlang der Rambla, einer breiten in der Straßenmitte
mit Springbrunnen, Obelisken und Bäumen versehenen Straße. Dann durch
Altstadtgässchen zur Kathedrale. Sie ist eine ausgesprochene Kirchenburg, die
aufgrund der ständigen Angriffe berberischer Seeräuber nötig wurde. Am Bau
herrschen der Renaissance und der gotische Stil vor, obwohl auch barocke und
klassizistische Elemente festzustellen sind. Im 18. Jahrhundert wurde der
Kreuzgang im klassizistischen Stil errichtet.


Weiter geht es hinauf zur Alcazaba von Almería, einer maurischen
Festung, von der man die ganze Stadt überblicken kann. Nach der Alhambra von
Grenada ist die Alcazaba die größte maurische Festung. Von hier aus wurden die
Stadt und das Meer beherrscht. Der erste Burgbezirk wurde zu einer Gartenanlage
umgestaltet. Im dritten Burgbezirk, der Kernburg, steht ein mächtiger
Bergfried.

5.7.2013 (Freitag):
7:50 Uhr wird abgelegt, im Hafen ist alles noch ruhig. Schon nach 15 min
setzen wir die Segel, der Wind kommt aus S mit 15kn, es wird heute eine
richtige „Rauschefahrt“. Der Wind dreht auf OSO und nimmt teilweise bis zu 25kn
zu. Im Schnitt laufen wir mit 7 bis 9 kn, ab mittag bergen wir das Groß
und erreichen nur mit der Fock 5 bis 7kn. Wellenhöhe etwa 1,5m, an der Küste sind
große mit Folien überdeckte Anbauflächen und auch einige Ferienanlagen, am
Horizont die schneebedeckten Gipfel der Sierra Nevada. Wir sind an der Costa
Tropical. Heute war der Motor nur zum An- und Ablegen und zum Aus- und
Einlaufen in die Häfen nötig. 54 sm nur segelnd haben wir zurückgelegt, 2sm mit
Motor. Der Real Nautica Club Montril ist unser Liegeplatz für die Nacht – zwar
ein wenig schaukelig, aber es wird schon werden. Liegegebühr 45€, es gibt nur
wenig freie Plätze. Die Motorboote werden in Regale gestapelt.

6.7.2013 (Sonnabend):
8:25 Uhr ablegen, der Wind von gestern und auch über Nacht ist leider nicht
mehr vorhanden, also motoren. Dafür können wir heute zwei längere Badestopps
einlegen. Inzwischen ist die Costa de Sol erreicht, und man sieht es auch an
der Küste. Wenn Sandstrand, ist alles mit Hotels (teilweise Invest-Ruinen)
vollgepflastert.
Der Wind kommt heute aus südöstlichen Richtungen mit maximal 7kn, sodass unsere
Segelversuche meist nur zu einem Speed von 3 bis 4kn führen, d.h. der Motor
muss mehrfach unterstützend eingreifen. 18:00 Uhr haben wir unseren Liegeplatz
in Caleta de Velez erreicht, nachdem wir zuvor unseren Tank mit 52 l gefüllt
haben. Von den 28sm konnten wir nur 12sm segeln.

7.7.2013 (Sonntag):
9:00 Uhr legen wir ab, wir haben heute zu unserem Ziel Malaga nur 18sm. Das
Wasser ist spiegelglatt, es ist sehr heiß, kein Wind. 1½h Badepause mit
Mittagessen ist das angenehmste unserer Tour. Der Versuch im Real Club Nautico
anzulegen, schlug fehl. Man hat uns weggeschickt. 14:00 Uhr haben wir im
Stadthafen festgemacht. Ein Hafenmeister war bisher nicht zu finden, wir
hoffen, dass wir nicht auf einem reservierten Platz liegen. 19:00 Uhr, die
Temperatur ist inzwischen erträglich, Stadtbesichtigung. Zuerst entlang der
Promenade, die sehr futuristisch gestaltet ist.

Weiter durch die sehr schönen Fußgängerstraßen vorbei an Restaurants wie z.B.
dem Cafe Berlin in Richtung Alcazaba, einer maurischen Festung aus dem
11. Jahrhundert. Sie wurde auf den Resten einer phönizischen Palastanlage
für die maurischen Könige von Granada errichtet und im 14. Jahrhundert
weiter ausgebaut. Eine Doppelmauer schuf die Verbindung zwischen dem
Palastbereich der Alcazaba und
der oberhalb der Festung bestehenden Burganlage des Castillo de Gibralfaro. Am Fuße der Alcazaba befinden sich die Ruinen eines aus der Zeit des
Römischen Reiches stammenden Amphitheaters.

Die Kathedrale Catedral de la Encarnación, die von den christlichen Eroberern
ab 1528 über der Großmoschee erbaut wurde, liegt nahe dem Hafen in der
Innenstadt. Sie wird auch La Manquita
(‚die Einarmige‘) genannt, da der zweite Turm aus Geldmangel nie vollendet
wurde.
Weiter zum Platz „Plaza de la Merced“, wo das Geburtshaus von Pablo Picasso zu
einem Museum mit einigen seiner Orginalwerke umgestaltet wurde.

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