Etappe Europa geschafft . . . weiter geht's mit der Etappe Afrika

  Position Datum/Zeit (UTC) Breitengrad Längengrad Richtung
1

Heimathafen WSV 1921

18.8.2001  52°15' N 013°25' E Hamburg
  Hamburg Stadthafen 21.8.     Cuxhaven
2 Cuxhaven 22.8. 53°53' N 008°42' E Falmouth
    23.8. - 6:20 53°53' N 008°42' E  
    23.8. - 22:30 53°55' N 006°38' E  
3 nördlich von Terschelling 24.8. 53°21' N   005°13' E  
    25.8. - 7:00 53°31' N 004°14' E  
4 nördlich von Amsterdam 26.8. - 8.00 53°22' N 004°44' E  
5 südlich von Dover 26.8. - 22:08 53°02' N 003°52' E  
6 Isle Of Wigth passiert 27.8. - 16.00 49°38' N 002°42' W  
  Rückfahrt n. Gosport & Austausch Windgenerator 28.8. - 8:00 bis 30.8. - 13:30
7 Il de Quessant (Brest) 1.9. - 15:00 48°17' N  005°17' W Finisterre
    2.9. - 15:46 46°45' N 006°34' W  
8 noch 156 sm bis Finisterre 3.9. 46°23' N 006°48' W  
9 noch 691 sm bis Madeira 4.9. - 9:30 44°50' N 008°38' W Madeira
10   5.9. - 0:00 42°42' N 010°13' W  
11 noch 539 sm bis Madeira 6.9. - 0:00 40°48' N 011°44' W  
    7.9. - 0:01 38°24' N 013°20' W  
    8.9. - 1:00 36°38' N 015°00' W  
    9.9. - 0:00 34°48' N 015°57' W  

Hallo hier ist Kreuz As Alu,
09.09.01, 00.00 Uhr, Position 34°48' N 015°57' W, Wind mäßig um N
Der Süden macht sich mächtig bemerkbar. Darf mich Nachts nicht mehr warm anziehen. Habe in der Nacht 34 sm nach vorn gemacht. Sozusagen ohne Zutun. Da die Selbststeueranlage nach dem Wind steuert, würde bei einer Winddrehung das Boot in die falsche Richtung steuern. Bei der morgendlichen Inspektion habe ich den ersten Außenbordkameraden (Fliegender Fisch) auf Deck gefunden.
Er wollte unbedingt mit Kreuz As reisen. Wegen seiner Größe und weil er allein war, habe ich ihn wieder seinem Element übergeben. Überlege ständig ob ich Genacker setze. Bei dem Wind einen Knoten mehr, doch das Material ist sehr gefährdet. Ich brauche es noch sehr lange! Habe eben ausgelitert, daß ich 3 Liter am Tag trinke. Zuviel? Ok? Sicher ok, wenn ich Wasser auffangen kann.
11.00 Uhr, Uff! Das war Arbeit: Habe das Ersatzfall eingezogen. Mußte dazu 4x in den Mast bis oben. Unten sind die Schiffs- bewegungen moderat. Oben, in 13 m Höhe, schleudert es einen umher, als wenn man ein Bund Flicken wäre. Habe einige blaue Flecken, da man beide Hände zum Arbeiten braucht. Wird schon wieder...
11.45 Uhr Eine Seeschildkröte Durchmesser ca. 75 cm. Ehe ich mich versehe ist sie vorbei. Als erstes kam der Jagdtrieb durch: fangen und aufessen. Dann der Touri: fotografieren. Alles zu spät. Ehe die Ausrüstung an Deck ist, ist sie nicht mehr auffindbar.
Zum Mittagessen gab es heute Rinderrouladen von "Dreesens". Der Zuschneider muß bei Körperwelten geübt haben. Solche Oblaten habe ich noch nicht gesehen.
Habe an der Sorgleine super gebadet. Das Wasser ist 22° C warm, die Luft 25°. Das Wasser ist kitschig blau. Habe vorsorglich das Kabel für die Toplaterne gekappt. Bordelektrik wieder schwach wegen Windmangel.


08.09.01, 01.00 Uhr, Position 36° 38' N 15° 00' W, Wind um N 4-5
Madeira noch ca. 246 sm vor mir. Die Nacht ist sehr finster, da bewölkt. Reiße heute den 2. Wasserbag an. Damit sind 15 l ausgetrunken. Der Wind mit 5 Bft. kommt einem wie Pupe vor. Man gewöhnt sich an besseres. Kontrolliere heut wieder Kartoffeln. Was weg muß, wird aufgegessen. Montiere Fangleine für Achterstag. Wechsel die Karten, von 292 auf 380 und Imray E3C (Madeira).
Wegen der Vorwindfahrerei muß ich öfter halsen. Richtige Arbeit bei ausgebaumter Genua. Noch 158 Meilen bis Madeira. Man soll nicht rechnen, bei 5 kn sind das noch 25 Stunden. Rasmus kann rechnen nicht leiden, wahrscheinlich dauert es länger.


Sammelmeldung vom 8.9.2001 - 13.00 Uhr

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bin schon südlich der Straße von Gibraltar, ca. 200 sm vor Madeira. Doch der Reihe nach.

11.    06.09.01  00.00 Uhr, Position 40°48' N 011° 44' W , Wind NE 6-7

Überlege ständig, ob ich die Segel verkleinere. Der Druck auf das stehende Gut ist gewaltig. Kreuz As bohrt sich mit 7 kn durch die See unter Groß und Stagfock. Da heute Donnerstag, also Seemannssonntag ist, gibt es etwas besonderes: Eisbeinfleisch, Sauerkraut, Kartoffel mit Zwiebel gekocht. Eigentlich käme jetzt noch Kompott, verzichte aber, da ich so vollgefr... bin, daß ich über eine dringend notwendige Halse nachdenke. Habe jetzt das Try vorgeheißt. Wer weiß was die Nacht bringt!

07.09.01  00.01 Uhr, Position 38°24'N 013° 20' W, Wind NE 6-7

Die letzten Etmale können sich sehen lassen. Über 150 sm. Vor dem Wind treibt allerdings jedes Bund Stroh. Rings um mich keine Schiffsbewegung. Die treiben sich alle weit unter Land herum. Ich segle außen an Madeira und den Canaren auf dem Großkreis entlang. Cornell und die Pilotcarts versprechen dort günstige Winde aus N. Alles an Bord funktioniert prima. Am besten der Skipper. Im Kopf alles Klar! (Sozusagen "Kurs 30") Habe an der Aries 4 Löcher zum Schmieren gebohrt. Schien mir notwendig. Habe heute Früh Vollwäsche genommen. Wasser 20°, Luft ebenso. Von 14° Wassertemperatur im Kanal! Der Süden kündigt sich an. Muß heute Nacht wieder auf der Hut sein.
Die Schifffahrtslinie Gibraltar-Panama kreuzt meinen Kurs. Werde dicht an Madeira vorbeisegeln. Noch 200 sm. Vielleicht kann man telefonieren. Könnte in den Morgenstunden des 10.09. klappen.
Das soll's erst mal sein. weiteres später.   Jockel


Sammelmeldung (3.9.-6.9.) vom 6.9.  0:00 UTC     Standort: 40°48' N  011°44' W.

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Hallo da bin ich wieder, konnte mich wegen Wind, Welle und Bordarbeiten nicht melden.

Los geht's: Wenig Wind. Mache z.Z. nur 3 kn. Erste Reparaturen ausgeführt. Am Groß Mastrutscherschäkel erneuert. Einer ist beim letzten Starkwind weggeflogen. Ziehe alle nach und vergurke die Gewinde mit der Zange. Die untere Begrenzung Spibaumschiene ist abgeschert. Spibaum aufs Solarpaneel geknallt, Spannung noch in Ordnung. Bereits 2x Besuch von Delphinen gehabt. Elegante Tiere. Sehr verspielt. Sie müßten quatschen können. In Luv passiert mich 5-Mast-Vollschiff. Kann nur Norwegischer Luxusliner sein (vor 4 Wochen Bericht im Fernsehen). Schnüffel in der Bilge herum und entdecke ein altes Leiden. Ein paar Tropfen Diesel. Suche sofort die Ursache. Der Einfüllflansch, ich hatte mir solche Mühe mit ihm gegeben, leckt leicht. Lege zunächst alles trocken und sichere mit "Pampers". Anschließend gesamte Bb-Seite ausgeräumt und gereinigt. Habe jetzt 3 Uhren zu laufen; UTC, Bordzeit und MEZ.
Immer wieder Delphine, diese Eleganz!!!


10.    05.09.01   0:00 Uhr   42°42'N    010°13'W

55 kn (102 km/h) Wind !!!, das sind satte 10 Bft. Das Schiff verhält sich großartig. "Egon" ist spitze. Er bügelt das Schiff immer die Welle runter. Bricht er einmal aus, so gibt er ihm die Kante und zwingt ihn wieder vor den Wind. Morgens läßt der Wind zum Glück nach. Repariere sofort Schäden der Nacht. Gegen 13 Uhr steuert "Egon" nicht richtig. Kontrolle ergibt, daß das Ruder total schwer geht. Das darf nicht sein, ist doch mein Stolz, ein so stabiles und leichtgängiges Ruder gebaut zu haben. Der Blick ins Kielwasser zeigt das Malheur. "Egon "ist von einem Ende umschlungen und kann nicht mehr reagieren. Da Wind und Wellen "moderat" sind drehe ich bei und beseitige das Ende (nackelich und angeseilt versteht sich). Ein Fischerende hatte sich um den Propeller gelegt und dann Ruder und "Egon" eingewoben. Zum Glück hatte ich den Motor nicht benutzt! Ein Glück habe ich die Reparaturen und die Blockade gleich angegangen. Zur Nacht legt es wieder zu, so daß solche Arbeiten nicht möglich sind. Zur Mitternacht laufe ich wieder 7 kn. Die Welle ist moderat. Bis Madeira noch 539 sm.

Macht's gut. Mir geht es gut..   Jockel


9.    4.9.2001     09:30 Uhr   44°50' N     008°38' W

Habe ein wenig geschlummert. Plötzlich ist totale Ruhe im Kahn. Was ist passiert. Das Schiff liegt beigedreht und treibt quer. Wahrscheinlich hat eine übergroße Welle "Egon" überlistet. Muß man sich merken! Laufe derzeit 7 kn. Der Wind legt ständig zu. "Egon" schafft es nicht mehr. Reffe. Es weht jetzt mit 8 Bft. Es legt weiter zu. Binde das dritte Großreff ein. Laufe immer noch mit 7-8 kn. Schleppe eine Leine hinterher, falls ich über Bord gehe. Bei dieser Pace kann sich keiner mehr verholen. Beruhigen tut sie doch. Habe jetzt 10 Bft. anliegen. Kreuz As und die Aries machen sich prächtig. Die Wellen sind gewaltig. Schätze bis zur ersten Saling. In der Dunkelheit beängstigend. Gegen 21.00 schaltet der Magellan auf "To Madeira". 691 Meilen. Prognose oder Hoffnung: 6 Tage!

22.00 Uhr. Bei einem Manöver bricht das Drahtfall der Stagfock. Könnte mich sonst wo hinbeißen. Alle Fallen und Stagen gewechselt bis auf dieses. Nein Großfall auch noch das alte. Es war aber nicht marode. Draht hält diese wechselnde Belastung nicht aus. Werde bei nächster Gelegenheit beide ersetzen.


8.    3.9.2001    46°23'N  006°48'W

Laufe neben der Schifffahrtsroute. Mächtig viel Verkehr. Nach dem Frühstück kommt Wind aus N 5 Bft. Stecke 2 Schotten ein. Ein Spritzer hat schon mal in die Kajüte geschaut. Bin stinksauer! Wollte nach dem Frühstück noch einen Tee in der Plicht trinken, ein Überroller hat meine Alfi (Thermoskanne) abgeräumt. Jetzt habe ich nur noch eine Thermoskanne. Die ist wenigstens aus Niro. Habe mir Gershwin: 'Rhapsodie in Blue' aufgelegt. Kreuz As mit 6 kn bergab. Habe diese Musik noch nie so genossen. Das legt Gefühle frei, die man nicht für möglich gehalten hätte.

Bin mit dem "Grab-Bag" (Rettungsinsel) jetzt fertig. Ölzeug, Stiefel, 15 l Wasser, Überlebensanzug, Trinkwassererzeuger, Angel, Rettungsmunition, Messer, Medizin, Sonnenschutz, Taschenlampe, Papiere, Geldkarten. Hoffentlich brauche ich ihn nicht!!!

Habe die Kartoffeln kontrolliert. Mußte 10 wegwerfen wegen des schlechten Lagerortes . Jetzt haben sie den besten Platz, Egons Koje. Da ist es trocken. Noch 156 Meilen bis Finisterre.


SMS vom 2.9.  16.00     46°45' N   6°34' W

Odometerstand ab Berlin (Meilenstand auf SATNAV), also auch quer oder rückwärts gefahrene Meilen: 1130 sm.  Jockel


7.    Meldung vom 1.9.2001 - 15:00 Uhr     Position: 48°17' N 005°17' W

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Hallo!
Konnte mich einige Zeit nicht melden wegen Starkwind; stand Kopf am Computer (wahrlich). Am 31.8. hatte ich Wind aus NW 7. Bin unter Groß und Stagfock gelaufen. Die Wellenhöhe nahm mit Länge der Zeit bis auf 3m zu. Dementsprechend naß an Deck. Habe erste Abklebungen vorgenommen um Eindringen des Wassers in die Kajüte zu vermeiden. Gegen Mitternacht wurde es dann dünner. Schütte Groß aus und nehme zuletzt noch die Genua dazu.
Am 1. September 5 Uhr früh stehe ich kurz vor Il de Quessant (Brest). Ein wahnsinniger Sonnenaufgang. Zunächst die Wolken von unten beleuchtet und glühend rot. Anschließend die Sonne über die Kimm. Wenn mir nicht so übel gewesen wäre (Sodbrennen) hätte ich mir ein Schnäpschen spendiert. Um 08.00 Uhr liegt Quessant querab. Der Wind geht total schlafen. Riesige Wasserwirbel, durch den Mehrstrom erzeugt, drehen mich im Kreise. Kann nicht mehr manövrieren. Werfe für eine Stunde den Motor an, um nicht auf Quessant zuzutreiben. Um 10.00 Uhr setze ich den Genacker. Die blanke Quälerei bei der noch laufenden Welle. Mittags koche ich mir eine Kartoffel, eine Zwiebel, dazu gibt es Schweinegulasch. Herrlich! Um 14.30 läuft "FILA" - ein italienischer Einhand-Racer an mir vorbei. Der Skipper grüßt und verschwindet am Horizont!!! Horror solch ein Teil. Der brauchte beim letzten "Round" (um die Welt) nur 1/3 meiner Zeit. Dafür kann ich es länger auskosten!
Noch einige Daten: Baro: 1027 hPa, Wind: NW2-3, zurückgelegte Meilen: 1022, Kartenkurs : 220°
Alles wohlauf. 
  Jockel


Meldung vom 31.8.2001 - 0:39 Uhr

Habe 21 kn Wind. Boot fährt 6,5-7kn. Rauschende Fahrt, an Schlaf ist natürlich nicht zu denken. Überlege ein Großreff einzubinden. Verliere dann vielleicht 0,5 Kn Fahrt, es wird aber wesentlich ruhiger zugehen. Der Generator arbeitet jetzt ordentlich. Nach einer Feinregulierung regelt er ordentlich und lädt auch ordentlich. Bin also bis auf den Schlaf rundum zufrieden. Mehr wenn ich mich nicht so festklammern muß. Jockel


SMS von Jockel am 30.08.2001 - 17:01 Uhr

Kreuz As ist ab 13.30 Uhr wieder auf See. Bei 15 Kn. macht der Generator 6 A. Das ist gegen 13,3V Batteriespannung OK.
Weiteres über email.
Jockel


Lagebericht vom 29.8.2001 - 21 Uhr

Habe seit der letzten Meldung gut Meilen gemacht. bin auch gut drauf, obwohl ich seit der Abfahrt meine Koje nicht mehr gesehen habe. Ende der Terschelling-Bank habe ich einen Baumstamm passiert. Zum Glück am Tage mit Sicht. Halte auf der Seite zu England, immer außerhalb des Verkehrstrennungsgebietes. Dabei aber Bohrinseln ohne Ende. Fahre alle Segel: Groß, Genua, Stagfock und Spinnacker soweit wie es geht. Mußte aber auch schon auf Stagfock und 2. Großreff zurückgehen. Hatte Pech und Glück zugleich. Bei einem Gewitter genau über mir habe ich 15 l Trinkwasser, 1 Eimer Waschwasser für mich und einen Eimer für die Wäsche gewonnen. Habe mich trotz Regen und Wind sofort nackelich gemacht und geduscht. Herrlich, jetzt klebe ich wegen des Salzwassers nicht mehr so. Die Wäsche wird auch wieder trocken werden. Dover habe ich am 27.8.  8 Uhr passiert. Der Verkehr quer und in Fahrtrichtung ist gewaltig.
Auf der Breite von Greenwich passierte es dann: Bei einbrechender Nacht brach die Elektrik zusammen. Kontrollen ergaben, daß der Windgenerator keinen Strom liefert. Habe mich entschieden, Portsmouth für eine Reparatur anzulaufen. Eine Reise ohne Strom und damit ohne Nachrichten ist nicht vorstellbar. Am 28. in der Frühe habe ich Portsmouth erreicht. Bin jetzt soweit, daß ich Morgen ein neues Teil angeliefert bekomme. Nach Einbau setze ich meine Reise fort, hoffentlich klappt es am 30. Zwischenzeitlich habe ich fleißig gearbeitet: alle E-Systeme überprüft, mit Zeisingen Maststufen mit Wanten verbunden, um zu verhindern, daß Fallen hinter die Maststufen haken, Seezaunnetz montiert. Wenn ich auslaufe setze ich eine neue Meldung ab. Hoffentlich bald. 
  Jockel


6.    Nachtrag per SMS 27.8.2001 - 15:00: Jockel passiert nachmittags Isle of Wigth und dreht dann südlich und quert den Kanal Richtung Frankreich


5.    Lagebericht per Handy 27.8.2001  7.00 h

Hallo Casi, bin in der Nähe von Dover, alles in Ordnung, nachts heftige Gewitter, hatte Angst, der Blitz schlägt ein, tagsüber wenig Wind, habe genug geschlafen (halbestundenweise), bin etwas außerhalb der Fahrrinne gefahren (sicherheitshalber), reichlich Regenwasser aufgefangen, Tank voll, sogar eigene und Textilwäsche erledigt.
Mecker' mal mit Mikel - der hat seinen Kochtopf vergessen - oder denkt der etwa, ich schipper den über den Äquator
(wie mit Linie), grüß alle - Jockel


27.8.2001 – 13.50 (Nachtrag: per Mail am 9.9.2001)

Ich bin happy!!! Bisher hat alles geklappt. Die Reise über die Nordsee, immer als ein bißchen schwierig dargestellt, war diesmal denkbar einfach. Das schwierigste waren 2 Flauten, die Ursache waren, daß ich den Motor für jeweils 2 Stunden anwarf um nicht in das Verkehrstrennungsgebiet zu treiben. Schlafen ging gut, obwohl ich seit Hamburg die Koje gemieden habe. Schlummere in der Plicht in jeder Lebenslage für jeweils 15-20 Minuten Tags und Nachts. Bin heute früh am 27.8.01 vor Dover vorbeigesegelt. Schöner Wind. Ging flott. Gestern hatte ich ein Wahnsinns-Unwetter. Ich dachte es wird alle meine elektronischen Geräte zerstören. Nichts da. Erfolg war, daß ich komplett geduscht war (trotz der Kälte und dem Wind war ich nackelich). 15 Liter Trinkwasser gewonnen hatte und einen Eimer Waschwasser (süß) für die angefallene Wäsche hatte. Diese trocknet gerade. Mein Tag ist ausgefüllt mit Arbeit. Segelmanöver, Wahrschau halten, Essen zubereiten, kommunizieren ... ich habe keine weiteren Bedürfnisse als hier zu sein. Allerdings hatte ich noch keinen Sturm. Dann wird sich an dieser Einstellung sicher einiges ändern. Grundsätzlich aber nicht. Traurig oder besser gerührt werde ich immer dann wenn Freunde anrufen. Da ich im Kanal bin, hat mich Egon gerade erreicht. Da fließt auch mal eine Träne, vor Rührung. Trennungsschmerz, über den Erdmann berichtet hat, habe ich nicht. Ich verwirkliche meinen Traum!!! Glücklich bin ich, daß die Verbindung über Kielradio so gut läuft. Erst war ich enttäuscht, da ich Telefonverhalten erwartet hatte. Nun bin ich schon geduldiger und kann eine nicht gelungene Verbindung auch gut einen Tag später nachholen. Begeistert bin ich  über die Selbststeueranlage. Nach anfänglichen Schwierigkeiten vor dem Wind  beherrsche ich dies jetzt immer besser. Wahrscheinlich sind die Anforderungen eines Regattaseglers auch nicht erfüllbar!!! Wahrscheinlich ist man sich selbst gegenüber in der  Kritik immer schonender.


4.    Lagebericht vom 26.8.01 8.00 Uhr

Hallo ihr Lieben!
Es ist wie schon immer: Tags über dünn und Nachts puffert es. Mußte Genua gegen Stagfock wechseln und dem Groß 2 Reffs verpassen. Hat alles prima geklappt. Lief gegen Morgen nur noch 2 Knoten. Großsegel ausgeschüttet = 3 Knoten (wegen der gegenlaufenden Dünung). Fahre nun mit Groß, Genua + Stagfock = 4 Knoten.
"Egon" fährt nun doch mit! Habe meine Aries so getauft. Einen Schluck hat sie auch schon bekommen. Zum Glück raucht sie nicht. Bin mit Egon sehr zufrieden, außer bei achterlichem dünnen Wind. Dies liegt aber in der Natur der Dinge. Mein Standort liegt etwas nördlich von Amsterdam. Habe bis jetzt wegen des Windes schlechte Etmale.
Hoffe auf Besserung !!! Seid herzlich gegrüßt von
Jockel


3.    Lagebericht vom 24.8.2001 - 21.35 Uhr

Hallo Casi!
Bin super drauf. Habe keinerlei Probleme. Bin im Kopf klar usw. Bin am ersten Tag gut gelaufen. Seit der Nacht wenig Wind. Wahrscheinlich die "Rossbreiten". Gut, weil ich noch in Ruhe arbeiten kann, schlecht wegen des Vorankommens. Liege derzeit nördlich Terschelling bei wenig Wind. Habe gestern auch nachts gespinnackert. Die Rache kam auf dem Fuße: der Wind drehte um 180 Grad. Bei finster wie im Bärena... keine helle Freude alles abzubergen. Danke für Deine Mails. Habe mich sehr gefreut. Bin sauer auf den Typen, der den Bürgermeister anmacht. Habe ich nie gesagt, weil ich Ulbricht schätze. Prüfe im Moment alle Schäkel, Schrauben usw. Grüß alle von mir. Später genaueres.  
Jockel


2.    Cuxhaven: die Begleitmannschaft (Egon, Uwe und Michael) verläßt das Schiff und Jockel begibt sich allein auf die lange Reise.

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1.    Verabschiedung im WSV 1921 - 18.8.2001 - 10:00 Uhr
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Das war Waaahhhnsinn!!!!!
Etwas derartiges habe ich nicht erwartet und eigentlich nicht gewünscht, da Erwartungen geweckt werden, die man nicht immer erfüllen kann. Und ich will mich nicht unter Zugzwang setzen. Trotzdem oder gerade deswegen: Die Verabschiedung hat mich tief gerührt. Diese Anteilnahme habe ich nicht erwartet. Meine Monika, Annett, Klara, meine besten Kumpel, das ganze Revier..... Super!!!
Das Wetter: wolkenbruchartiger Regen. Alle Sportkameraden sind trotzdem bis Köpenick mitgekommen. Dschingsi hat an der Köpenicker Brücke noch einen Gruß herabgelassen. Harry und Mule aus Rostock, Harald u. Frau.... man kann nicht alle nennen. Vielleicht noch Herrn Ulbricht, unser Bürgermeister.
Liebe Sportkameraden, seid herzlich bedankt für Eure Anteilnahme. So etwas bekommt man nur einmal im Leben geboten. Danke, Danke, Danke, .....  Jockel