zurück zur Etappe Europa - Etappe Afrika - Rückkehr
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Position | Datum/UTC | Breite | Länge | Richtung | |
| Tag 23 | 10.9. - 0:00 | 33°28' N | 17°07' W | |||
| 12 | Madeira quer ab | 10.9. - 9:04 | Madeira | |||
| 13 | Tag 24 | 11.9. - 1:40 | 32°09' N | 17°29' W | ||
| 14 | 33 sm vor Kanaren | 12.9. - 0:00 | 30°50' N | 17°47' W | Kanaren | |
| 15 | Tag 26 | 13.9. - 0:00 | 28°40' N | 18°10' W | ||
| 16 | Kanaren passiert | 14.9. - 0:00 | 26°51' N | 18°49' W | ||
| 17 | Tag 28 | 15.9. - 0:00 | 25°05' N | 19°52' W | ||
| 18 | nördl. Wendekreis | 16.9. - 0:00 | 23°37' N | 21°14' W | ||
| 19 | Tag 30 | 17.9. - 0:00 | 21°54' N | 22°15' W | ||
| 20 | Tag 31 | 18.9. - 0:00 | 20°07' N | 23°21' W | ||
| 21 | Tag 32 | 19.9. - 1:00 | 18°56' N | 24°16' W | Kapverden | |
| 22 | Kapverden, Tag 33 | 20.9. - 0:00 | 17°40' N | 25°06' W | ||
| 23 | Tag 34 | 21.9. - 0:10 | 16°30' N | 25°31' W | ||
| 24 | Tag 35 | 22.9. - 0:38 | 14°51' N | 25°41' W | ||
| 25 | Tag 36 | 23.9. - 1:30 | 13°08' N | 25°46' W | ||
| 26 | Tag 37 | 24.9. - 0:00 | 12°16' N | 25°32' W | ||
| 27 | Tag 38 | 25.9. - 0:00 | 10°50' N | 25°36' W | ||
| 28 | Tag 39 | 26.9. - 1:28 | 09°39' N | 25°30' W | ||
| 29 | Tag 40 | 27.9. - 0:15 | 08°28' N | 24°54' W | ||
| 30 | Tag 41 | 28.9. - 0:15 | 07°22' N | 24°33' W | ||
| 31 | Tag 42 | 29.9. - 0:00 | 06°02' N | 23°30' W | ||
| 32 | Tag 43 | 30.9. - 0:00 | 04°35' N | 23°00' W | ||
| 33 | Tag 45 | 2.10. - 0:00 | 02°00' N | 23°17' W | ||
| 34 | Äquatortaufe, (46) | 3.10. - 19:00 | 00°00' N | 23°21' W | ||
| 35 | Tag 47 | 4.10. - 0:08 | 00°03' S | 23°23' W | ||
| 36 | Tag 48 | 5.10. - 0:00 | 01°29' S | 23°36' W | ||
| 37 | Tag 49 | 6.10. - 0:00 | 02°40' S | 23°44' W | ||
| 38 | Tag 50 | 7.10. - 0:00 | 04°05' S | 23°41' W | ||
| 39 | Tag 51 | 8.10. - 0:00 | 06°04' S | 23°46' W | ||
| 40 | Tag 52 | 9.10. - 0:00 | 07°01' S | 24°07' W | ||
| 41 | Tag 53 | 10.10. - 0:00 | 09°34' S | 24°24' W | ||
| 42 | Tag 54 | 11.10. - 0:00 | 11°10' S | 24°32' W | ||
| 43 | Tag 55 | 12.10. - 0:00 | 12°55' S | 24°02' W | ||
| 44 | Tag 56 | 13.10. - 0:00 | 14°49' S | 24°25' W |
Hallo hier bin ich wieder!
43. 12.10.01 00.00 Uhr, Position 12°55' S 24°02' W, Wind SE 5-6 , 55 Tag, Odometer 5234 sm
Die See knallt immer noch gegen das Schiff. Mann kann kaum schlafen. 06.00 Uhr. Schwere See. Das Schiff arbeitet mächtig, verhält sich aber super. Muß mich bei jeder Bewegung festhalten, sonst fliege ich durch die Gegend. Hatte gestern die richtige Nase mit dem 2. Großreff. Mehr ginge nicht, Halleluja. Habe heute die Posidaten der Volvo Ocean Racer erhalten, danke Casi. Illbruck liegt ja vorn, Gratulation. Allerdings werde ich sie nicht sehen, sie liegen alle sehr weit westlich. Illbruck fast 500 sm. Da sind Glückwünsche von Boot zu Boot nicht möglich. Mache beim Segelnähen kleine Pause. Ewig ist kein Wasser bis zur Plicht gespritzt. Ich sitze kaum oben und bin total naß. Kleiderwechsel angesagt. 13.50 Uhr Segel sehr schön, müßte nur mehr Power machen. Geht aber zu sehr aufs Material. Ich habe ja hier keine Regatta. Ich will handwerklich gut, also mit Seemannschaft über die Strecke. Mit 5 Mann auf der Kante könnte man 1 kn mehr machen, wenn der Ausblick auf die Kneipe da wäre. 16.00 Uhr. Habe die Orkanfock fertig. Das ist einen Schnaps wert. Meine Pfoten sehen schlimm aus. Von gestern vom Blech und zerstochen von der Segelnäherei. Bis ich zurück bin, ist alles abgeheilt. Takele auf Fock und Groß 2. Reff um. Bin 1 kn schneller, geht aber ok. Licht am Kartentisch geht plötzlich nicht. Da es dunkelt, werde dies morgen erledigen. Jockel
42. 11.10.01 00.00 Uhr, Position 11°10' S 24°32' W , Wind SE 3-4 , 54.Tag , Odometer 5121 sm
Laufe gut, schöner Sternenhimmel. Um 02.55 Uhr kommt der Mond durch den Dunst des Horizonts zart rosa leuchtend. Herrlich. Um 07.30 Uhr geht die Sonne auf. Durch die Bewölkung am Horizont sehr schön. Habe erstmals wegen der Kühle am Morgen wieder die Blaumannhose angezogen. Fange das Ruder an zu reparieren. Das Geknalle geht mir auf den Keks. Habe lange überlegt wie: Rollen raus, ausstopfen mit Segeltuch und mit Harz tränken; Anstatt der Rollen Hartholz Hirnseite mit etwas Übermaß einsetzen und gut Fetten; Blechstreifen 70 mm breit in Fuge beilegen. Letzteres wars. Da ich kein Blech dabeihabe, mußte ein Topf dran glauben (Niro). Auseinandergesägt zu 70 mm breitem Streifen mit Länge des Umfangs. Dann Ruder unter Wasser abgefangen, zusätzlich oben gesichert. Ruderkopf demontiert, und Blechstreifen eingetrieben. Ging bis zu 75%, dann war Schluß. Rest abgeschnitten und umgebördelt. Ruderkopf montiert, Sicherungen abgebaut. Während dieser Zeit ohne Segel nach SE getrieben. 3 h Knochenarbeit. Aber ich bin zufrieden. Die Knallerei ist total weg. Leider sind meine Pfoten total hin (vom Blech zerschnitten und zerschunden). Jetzt sind als offene Arbeiten nur noch Das Unterwasserschiff reinigen (Entenmuscheln wachsen hier sehr schnell), Genuafall Einlauf abrunden und die Sturmfock. Mache aber keins von dreien, da ich erstens KO bin und der Wind Meilen verspricht. Die Arbeit rennt nicht weg. 15.10 Uhr. Rase nach S. Schiff will Verspätung aufholen. Bin sehr zufrieden mit der Reparatur. Ruder knallt nicht mehr. 18.00 Uhr wechsele auf Fock und Stagfock. Harmoniert aber nicht. Streiche die die Stagfock wieder. 19.00 Uhr Hier ist der Teufel los. Aus SW alte 3m Dünung, aus S alte Dünung 2m und aus SW die neue Welle. Manchmal, wenn alle drei sich treffen, muß Kreuz As richtig hochklettern, fällt auf der anderen Seite natürlich in ein Loch. Trotzdem herrliches Abendbrot. Große Zwiebel aufgeschnitten, darauf 2 Eier. Hatte mittags nur kalt, eine Büchse Mais. In S und in W regnet es heftig. Wechsel auf Stagfock. 21.30 Uhr meine Vorausschau war super. Liege mit Stagfock und Groß schon auf der Backe. Versuche zu Funken. Keine guten Ausbreitungsbedingungen. Liegt an dem Wetter offensichtlich. Außerdem geht es zur Sache. ESE 6-7 Bf. Boot knallt mit 4,5 kn in die Welle. Binde um 23.00 Uhr 2. Reff ins Groß, laufe immer noch 5 kn. Habe bei diesem Wind Strom ohne Ende. Wollte 2 Bilder schicken, geht nicht wegen Ausbreitungsbedingungen.
Hallo Sportkameraden, hier meldet sich Kreuz As
41. 10.10.01 , 00.00 Uhr, Position 09°34' S 24°24' W, Wind SSE 1-2, 53. Tag, Odo 5026 sm
Sehr wenig Wind. Versuche noch einmal,
Mails zu empfangen, ist aber sehr gestört. Werde heute wieder Axel versuchen,
zu bekommen. Um 06 und 08 Uhr kein Kontakt möglich. Dabei sind 2 Fehlermeldungen
vom Kielradio-Subsystem, daß . . . . . Gleich Meldung an Casi und Annett
rausgeschickt. Bild "Windkarte" war jetzt in 30 min mit 50 kB da.
Rechner war am Ende mit Spannung. Kann aber nicht Senden und Laden gleichzeitig (siehe
Technikseite). 07.19 Uhr. Die Sonne
taucht gerade aus dem Wasser. Schönes Bild. Der Wind legt zu, werde auf Fock
gehen müssen. Habe die ganze Nacht gefunkt. Das nervt wenn es nicht so klappt.
Nähe wider am Segel . . .
Muß schwanger sein, habe Lust auf Saures. Mache eine Büchse Sauerkraut auf.
Zum Naschen. Erinnere mich an meine Kindheit, als wir für einen Sechser beim
Gemüsehändler Sauerkraut aus dem Faß in Zeitungspapier eingewickelt gekauft
haben . . .
12 Uhr, Kocher funktioniert immer noch. Streichhölzer nicht! Steht Waterproof
drauf. Zünde sie mit Feuerzeug an (danke Simone), weil ich an die Zündflamme
des Kochers nicht anders rankomme, prima! Die Sonne ist heute nicht auszuhalten.
Knallt vom Himmel, da fällt Arbeiten schwer. Sichte am Nachmittag 2
Galeerenquallen. Also Achtung beim Baden. Bade trotzdem und creme mich
anschließend gründlich ein. Die Sonne trocknet einen aus. Der Wind pendelt
ständig +- 15 °. Laufe trotzdem immer auf gleichem Bug Stb. Da nichts
besonderes vorliegt, werde ich jetzt bis 24 Uhr schlafen. Gute Nacht. Jockel
40. 09.10.01, 00.00 Uhr, Position 07°01' S 24°07' W, Wind ESE4 , 52. Tag, Odometer 4925 sm
Die Nacht verläuft sehr ruhig. Das
einzig beunruhigende war eine Sendung vom Webmaster
Casi. Ein Windfeld, hat 1h gebraucht um bei mir zu sein. Zittere dementsprechend,
weil Störungen die Sendung unterbrechen können und dann geht
das ganze von vorne los. Werde jetzt Frühstücken und dann versuchen den Kocher
zu reparieren. 10:24 Uhr - er ist repariert. Oooohhh manning!!! Das war
ein Ding. Zuhause hätte ich mir das nicht zugetraut. Also: abgesprengten Deckel
gerichtet, gründlich gesäubert, mit Lötkolben verzinnt. Dann den Topf gesäubert
und verzinnt (100 W Lötkolben), das dauert. Anschließend versucht mit
Lötkolben beide Teile zu löten. Leistung reicht nicht, außerdem muß das gesamte
Lot fließen. Also Propanbrenner raus und flammengelötet. Ergebnis: noch eine
undichte Stelle. Erneute Reinigung mit Proxxon Drahtbürste. Noch mal Rand
gelötet. Probe: alles ok. Jetzt mache ich Pause mit Bier, wohlverdient.
11.11 Uhr. Habe alles wieder aufgeräumt. Sitze jetzt da und warte auf die nächste
Katastrophe. Wechsele Fock gegen die Genua. Speed ist zu wenig. Oben am
Fall schamfielt es immer noch. Muß ich noch einmal rauf und nachbessern. Zum
Abendbrot wieder Bratkartoffel mit Ei. Die Kartoffeln müssen weg. Werfe ca.
50% weg. Heute weiß keiner mehr, was Einlagerungskartoffeln sind. Die Nacht
wieder sternenklar. Der Mond kommt um Mitternacht.
39. 08.10.01 , 00:00 Uhr, Position 06°04' S 23°46' W, Wind E3-4, 51. Tag, ODO 4807 sm
Der Mond geht gerade hinter einigen
Wolken auf. Sehr schönes Bild. Es regnet etwas,
für Trinkwasser zu wenig. Habe heute in 3 Etappen gesendet. Um 20.00 gut,
um 00.00 ohne Erfolg, um 04.00 einigermaßen. Bemerke um 08 Uhr, daß ich
wieder Besuch habe. Ein Vogel sitzt auf dem Radar. Spreche mit ihm, nicht
weil ich einsam bin, sondern um Zutrauen zu wecken. Um 8.45 und ausgiebigem
Putzen fliegt er weg. 11.40 Uhr Brotteig ist eingerührt. und hat jetzt
1 h Teigruhe. Bereite jetzt Mittagessen vor, danach kommt das Brot auf die
Flamme. Habe eben 2 Lätta entsorgt. Waren schimmelig, weil beim Einlagern
aufgegangen. Werde dem Schimmel mit Spiritus zu Leibe rücken. Bin gerade
mit Brot fertig, übrigens das beste bisher. Plötzlich knallt es gewaltig.
Der Topf ist vom Kocher geflogen. Brennen tut nichts. Der Kessel für
das Vorheizgas ist explodiert. Zum Glück war die Flamme schon aus. Schaue
später nach was sich machen läßt. Bin Pappesauer. Ohne Kocher, nicht denkbar.
Schneide mir zum Trost 2 Scheiben Brot ab und damit es besser rutscht
2 Aquavit dazu. Heute laß ich den Kocher sein. 15.30 Uhr Habe die Sturmfock
probeweise hochgezogen. Sitzt super. Das Achterliek kürze ich noch
20 cm, dann ist alles ok. Bin zufrieden. Der Kocher kommt später ran. Muß
mich erst abreagieren. Irgendwer will mich hier weg haben. Bei mir nicht!
18.30 Uhr, habe mir den Kocher doch vorgenommen. Der Deckel vom Gasbehälter
ist abgesprengt. Morgen werde ich mich darum kümmern. Höre ständig
Deutsche Welle um über die Vorgänge in der Welt informiert zu sein. Für
morgen liegt also schon Arbeit an.
38. 07.10.01 00:00 Uhr, Position 04°05' S 23°41' W, Wind SW3, 50.Tag, Odometer 4686 sm
Laufe mit 5 kn nach S. Luft wie Seide.
Inzwischen ist der Unterschied zwischen auf dem Kompaß angezeigten Kurs und dem
wahren Kurs 20° W. Morgens sichte ich Frachter oder große Yacht, nicht
auszumachen. 0:30 Uhr, die Aufhängung Unterwant (Bügel) ist gebrochen.
Dauerbruch! Gehe sofort über Stag und liege bei. Schere 4-fach Drahtfall
dazwischen und sichere mit 3 Seilklemmen. 11.20 wieder auf Kurs. Was alles
kaputtgehen kann! Übrigens Dauerbruch deswegen, weil die untere
Befestigungsschraube am Pütting zu fest war, konnte nicht pendeln. 12 Uhr.
Dampfer Bb. Quere die Kapstadt-
Amerika Route. Nachmittags wechsele ich auf die Fock. Bin 1,5 kn schneller, aber
auch entsprechend lauter. Arbeite wieder an der "Orkanfock"! Habe
Vorliek fast fertig, muß 3 Stücken noch einmal aufmachen, habe das Liektau
angenäht.
37. 06.10.01 , 00.00 Uhr , Position 02°40' S 23°44' W, Wind SW 2 , 49. Tag
Wassertemperatur 23 °C. Kontrolliere das Ruder. Sinniere seit Tagen, weil es bei heftigen Ruderbewegungen in den Lagern knallt. Habe das Ruder nach unten sorgfältig gesichert. Fällt es nach unten raus, ist die Reise zuende und ich ein Seenotfall. Ruderlager oben hat Luft. Habe Ruderkopf wieder montiert. Muß ich im Kopf aushalten. Zur Belohnung für gute Arbeit spendiere ich eine Büchse Erdnüsse. Ein Geschenk! Achtern kommt am Abend ein Licht auf. Passiert in Richtung E. Befinde mich hier auf der Schifffahrtslinie Asien-Amerika. Nachts besondere Obacht erforderlich.
36. 05.10.01 , 00.00 Uhr , Position 01°29' S 23°36' W, Wind SE 4, 48.Tag
Wenig zu berichten. Bei Kontrolle um 7 Uhr Wasser in der Bilge. Alarm!!! Ursache: einer der Wasserbags (15 l Tank) ist undicht - 10 l fehlen. Muß ihn entsorgen, Fertigungsfehler. Wechsele gegen 8 Uhr Genua gegen Fock. Schräglage geringer, Speed fast genauso. Eine Horde Schweinswale passieren mich. Zum Filmen zu weit weg. Arbeite mit Unterbrechungen ständig an neuer Sturmfock. Der Wind läßt nach, werde Wasser in der Bilge suchen. Bei dem flachen Boot ist es überall. Zwischendurch regnet es mal wieder, leider zu wenig, Ausbeute 7 l.
35. 04.10.01, 00.08 Uhr. Position 00° 03' SÜÜÜÜÜD 23°23' W, Wind SE 3-4, 47. Tag
Hatte schon wieder Besuch . Ein
Greifvogel (wie Falke) wollte sich ausruhen.
Hat keinen Halt gefunden. Morgens fische ich wieder. Habe fliegenden
Fisch als Köder ausgebracht. Die Bande frißt ihn ab, ich fange wieder
nichts. Habe Bb jetzt doch Hänger erneuert. Dazu habe ich den Leebackstag
zur Kontrolle angezogen, nicht ideal, da Großsegel schamfielt, aber
besser als das Problem zu vergessen. Generator lädt wieder. Lege mir Klavierkonzert
von Mozart Nr. 25 +27 auf. Die See und diese Musik. Da träumt man
ohne Ende. Nachmittags kommt das neue Segel wieder dran. Übrigens, beim
Musikhören brauch ich 1-2 A je nach Lautstärke, beachtlich und zu bedenken.
In der Hinterhand habe ich noch "Bolero" von Ravel ("Die
schönste Frau der Welt", das
war doch amüsant).
14.00 Uhr. Die Stimmung an Bord ist super.
Der Generator lädt, Bolero läuft, Sonne Segel, hoch am Wind gen Süd.
Meine Freunde, ich wünschte Euch
alle zu mir an Bord. Das wär ein Ding. Ein Paaaaar
Bier müßtet ihr allerdings mitbringen. WWWWhhhhaaaaaaaauuuuu!!!!!
Ich glaube ich hab den SE-Passat (Optimist). Aber im Ernst, das ist Segeln puuur,
die Inkarnation. Dazu der Bolero, diese Steigerung von der zarten Oboe
bis zur Ekstase, WWhhhhaaaaauuuuuuuu!!!
19.00 Uhr. Ein schöner Tag. Habe viel geschafft. Erst das Backstag, dann das
neue Segel. Habe heute an allen
Schothörnern 3 Verstärkungen angebracht und die Achterliek
abgestrakt. Frag nicht wie, bei dem Platz, grenzt schon an Kunst. Macht
trotzdem Spaß. Morgen geht es an die Lieken, wenn die Finger mitmachen.
Da ich offensichtlich den SE-Passat habe, verkomme ich zum Steuerbord-Hanghuhn.
Nicht mal Vorfahrt hätte man wenn ein Segler käme. Habe seit
3 Tagen kein Schiff gesehen.
Der Mond ist super. Über mir steht jetzt immer das Gestirn Orion, das wir bei uns nur am Horizont sehen. Höre übrigens oft Deutsche Welle um über das Tagesgeschehen informiert zu sein.
Tschüs, tschüs Jockel
34. 03.10.01 , 00.00 Uhr , Position 01°00' N 22°50' W , Wind SSE 3 , 46. Tag
So richtig will es nicht vorangehen. Laufe nur 3,5 kn. Bin im Moment mit dem Windgenerator zufrieden. Trotzdem ich den Blitz am Masttop laufen lasse, hat der Generator von 12,6 auf 12,8 V aufgeladen. Morgens sammle ich wieder drei fliegende Fische von Deck. Leider zu klein zum Essen. Nach dem Frühstück überlege ich den Bb-Backstag wie den auf Stb zu erneuern. Muß ihn dazu loswerfen. Der Mast biegt unkontrolliert nach vorn. Ziehe den Stag sofort wieder an. Geht nur auf dem anderen Bug. Seit gestern nähe ich an einem Vorsegel 3qm. Gestern Zuschnitt und erste Naht. Heute 2. Naht. Das macht Freude und zerstochene Finger. Bald kommt RASMUS; er wird die Arbeit anerkennen. Wetter super, leider zu langsam. 13:00 Uhr. Die Strömung steht scheinbar gegen mich. Der Sat (Satellitennavigator - zeigt wie GPS Speed über Grund) zeigt weniger als das Log (Speed über Wasser). Nähe Segel. Bin schon ganz krumm und habe zerstochene Fingerkuppen. Warte auf den Äquator. Noch 22' . Schütte stündlich einen Rum ins Meer um Rasmus gnädig zu stimmen.
3.10.2001 - 18:00 Uhr, 00°01' N - Ich zittere vor Aufregung, bin gespannt wie ein Flitzbogen! 19:00 Uhr, 00°00'N 23°21' W
Ich nähere mich der Linie, halte Ausschau. Da, von Horizont zu Horizont eine weiße Linie. Ich klappe die Badeleiter runter, streiche die Haare noch einmal glatt (Jörg kämm dich doch mal), stelle die Flasche Rum bereit, räume Plicht und Kajüte auf. Ich bin soweit!!!
Als der Steven die Linie berührt
schäumt und braust es gewaltig. Am Heck steigt
Neptun mit seinem Gefolge aus den Fluten (erkenne ich als Häscher etwa Casi?).
Was soll ich Dir sagen, Neptun hat 'nen Blaumann von HH an. Erst raunzt
er mich an, dann läßt er seine Mannschaft antreten. Eine Nixe, zwei Häscher,
ein Barbier. Frage und Antwort wechseln. Dann stellt er fest, daß ich
so unrasiert nicht die südliche Halbkugel befahren darf. Ein Wink an den Barbier
und los geht's. Die schöne Lockenpracht, weg ist sie. Nach der Reinigung
folgt die Frage nach der Pütz. Ich zeige auf "Maikels" Eimer (der
Maikel mit dem Kochtopf). Eingestippt
und getauft ist eins.
Ich taufe dich auf den Namen "Salzbuckel der Südmeere", "Eisbär
der Nordmeere" und "Käpt'n Blaubär" für die Kinder.
Nach einem gewaltigen Schluck aus der
Rumflasche wünscht Neptun gute Fahrt und weg ist
er und seine Mannschaft. Am Horizont entschwindet der weiße Strich. Ich bin
auf der Südhalbkugel und kann Eure Schuhsohlen besehen.
Tschüs Käpt'n Blaubär
Das ganze läuft natürlich als Einmannstück ab. Trotzdem, mit ein bißchen Fantasie läßt es sich SO erleben.
33. Hallo liebe Sportfreunde, an Bord von Kreuz As ist super Stimmung. Ich berichte Euch heute vom 1.10.2001. und 02.10.2001
Bei der morgendlichen Kontrolle stelle
ich fest, daß der untere Backstag im Wasser schleift. Das Hängeblech ist
ausgerissen. Wie reparieren?
Kontrolliere erst mal den Sachstand. Entschließe mich, einen neuen Hänger
einzupressen. geht super. Werde beide Seiten erneuern. Komme inzwischen gut mit
dem Sicherheitsgeschirr für den Mast zurecht. Bei der Reparatur stelle ich
außerdem noch Schamfielen am Genuafall fest. Da ist Handlungsbedarf. Nach der
Reparatur bade ich. Das war nötig. Das Schiff fährt unter Selbststeueranlage
seinen Strich.
Ich habe "Erdmann" gelesen. Er meint, daß man ein 3 qm Vorsegel
braucht. Er muß es wissen. war schon 2 x in den brüllenden Vierzigern. Werde
auch ein Segel anfertigen (schätze Erdmann unbekannterweise, sein Buch liest
sich wie ein Krimi und ist trotzdem vom Inhalt wie ein Lehrbuch). Zuschnitt
steht, 1. Naht auch. Soll für Ablaufen vor dem Wind dienen. Denke an "Enza",
die ohne Segel fast kopheister ging . . . Zur Reparatur des Falls laufe ich vor
dem Wind ab. Habe selber Schuld, die Mastdurchführung ist nicht exakt entgratet.
Könnte mir echt in den Arsch treten. Mit Rundfeile wieder hoch und entgraten.
Nachts kommt zu allem Unglück noch die Genua runter. Habe wegen der Dämmerung
den 8-Knoten nicht vernäht. Sorgfalt lohnt sich einfach immer!
02.10.2001 00:00 Uhr, Position 02°00' N 23°17' W , Wind S 3
Arbeite seit der Dämmerung an dem Fall
für die Genua. Um 8 Uhr habe ich alles wieder im Griff. Genua steht wieder und
das Schiff läuft auch wieder flotter.
Nach der Aufregung gestern und heute früh werde ich Siesta halten. Zum
Mittagessen gibt es Klops. Morgen natürlich auch. Eine komplette Büchse kann
man mit einem Mal nicht essen, einfach zu viel. Seitdem ich am Wind segele,
lädt der Generator. Wahrscheinlich kommt zu dem Wind die am Segel zu
beobachtende Beschleunigung. Segel ständig um 210° KK, gut auf Streckbug nach
Süd. Gegen 18 Uhr passiere ich ein an der Wasseroberfläche treibendes Objekt.
Nicht zu identifizieren. Wie 3 zusammengebundene Sofas. Zum Glück nicht
reingefahren.
Die Nacht ist toll. Der Mond, die Sterne, die warme Luft, man
könnte Götter zeugen, mit wem bloß? - Reise
Reise
32. 30.09.01. 00:00 Uhr, Position 04°35' N 23°00' W, Wind SW 5
Heute geht es zur Sache. Der Steven
knallt in die Welle, bin zu schnell. Jetzt
lädt der Generator. Lade alles was nötig ist (Taschenlampe und Rechner).
Sehr feuchtwarm (78% Luftfeuchte bei 27°C). Werde heute versuchen mit
Axel zu sprechen. Habe Wecker gestellt und Frequenz eingestellt. -
Mit Axel keine Verbindung bekommen.
Schade! Barometer fällt erheblich schnell. Bedenklich,
werde es weiter beobachten. Ein weißes Schiff kommt von achtern auf.
Sieht aus wie ein Forschungsschiff. Riesige Brücke. Um 19 Uhr umkreist mich
ein Gewitter. Der Wind dementsprechend auch. Letztendlich setzt sich der Süd-Wind
wieder durch. Gehe auf Kurs S.
31. 29.09.01, 00:00 Uhr, Position 06°02' N 23°30' W, Wind SSW4
Die Nacht verläuft ruhig. Gegen 7 UTC
geht die Sonne auf. Meine Schwalbe will
nicht raus. Sie muß aber. Bei mir hat sie keine Chance. Sie frißt kein Krümelbrot,
habe schon probiert. Sie war schon raus, ist aber wieder reingekommen.
Sag ich doch, meine kleine schnuckelige Kajüte ist herrlich!
Jage sie doch los, es ist ihre einzige Möglichkeit, zu überleben. 12 Uhr. Kaiserwetter.
Habe heute Gammeltag. Ich schau in die Gegend und freu mich wie
schön es läuft. Lese ein bißchen. Mittags wieder Kartoffeln. Schmeiße die
Hälfte weg. Vielleicht noch 3 Wochen, dann beginnt die Reis- und Nudelzeit.
Segele mit 5 kn SSW. Super Wetter. Störend ist, daß ich zu wenig Energie
habe. Der Generator lädt erst ab 15-16 kn Wind, und die sind nicht da.
20 Uhr. Segele wieder stramm nach S. Macht richtig Spaß. Noch 300 sm bis
zum Äquator. Dabei habe ich gut nach E gutgemacht, um in den SO-Passat zu
kommen. Einzige Sorge ist meine Stromversorgung, ansonsten bin ich happy
. . .
30.
28.09.01, 00.15 Uhr, Position 07° 22' N 24° 33' W, Wind 0 umlaufend.
Es fängt an zu regnen. Damit ist auch der letzte schwache Wind weg. Habe kein
Ruder im Schiff (bedeutet: ohne Fahrt
kann man nicht steuern). Bin noch in
den Kalmen. Um 3 Uhr habe ich noch keinen Wind. Ringsum
blitzt es. Nervig die Situation. Es passiert nichts, Wache muß man aber
gehen wegen der Gewitter. Kriege das Schiff wieder um 3:30 in Fahrt.
05:47 Uhr. Bin eingeschlafen und der Wind hat gedreht. "Egon"
natürlich mit. Bin ca. 1 sm nach N
gesegelt. 12.00 Uhr. Jetzt kommt Wind aus SW. Meine Versuche
zwischendurch mit Genacker waren vergeblich, Aktivismus. Habe außerdem
4 Stunde gemotort, da Batterie auch leer war. Heute backe ich wieder.
Es ist alles vorbereitet. Versuche es mal mit Vorteig. Der Wind aus S
setzt sich immer mehr durch, hoffe er ist der erhoffte, der in den Pilot-Carts
angekündigt ist. Im Moment begleitet mich eine riesige Delphinschule.
Leider zu weit weg um zu filmen, Kamera liegt bereit. Super wie
sie springen und dabei Kabolz schlagen, zum Piepen. 15.00 Uhr. Habe das Brot
gestürzt. Das isses!!! Wird jedes Mal besser. Das Wasser läuft allerdings
an mir runter. Schneide an. Abendbrot muß ausfallen, habe drei frische
Schnitten genascht, die harte Kruste und das weiche warme Brot, mmmm.
Fische nebenbei. Die Biester sind
schlauer, als ich oder ich habe falsche Köder.
Angelzeug ist auch zu leicht. 19.30 Uhr.
Eben ist eine Schwalbe zu mir in die
Kajüte gekommen. Sie ist allein. Werde sie bis morgen beherbergen, auch
wenn sie alles voll scheißt. Gegen 21 Uhr hat sich der S-Wind endgültig durchgesetzt.
Tobe mit Kreuz As gen S. Meine Schwalbe sitzt artig auf der Lampenstange
in der Pantry. Habe die Lampe stillgelegt, damit ich in der Nacht nicht
unversehens Licht mache. Sehr helle Nacht. Überlege Genua gegen Stagfock
zu wechseln. Schreibe am Kartentisch fast im Kopfstand.
29. 27.09.01, 00.15 Uhr, Position 08° 28' N 24°54'W, Wind NE 2-1
Habe das Schiff wieder in Fahrt und auf Südkurs. Die Kalmen haben mich also doch noch im Griff. Ringsum blitzt es wieder. Um 05:30 kündigt sich Gewittersturm an. Habe Genua gestrichen und Stagfock gesetzt. Bereite Try vor. Stagfock und Groß ok bei ca. 6 Bft. Regen und bewölkt lösen sich ab. 09:40 Uhr. Frühstück, Waschen (Bad) ... erledigt. Bei Navigation stelle ich Kartenwechsel fest. Bin jetzt auf Karte 4021, South Atlantic Ocean Eastern Part. Sie reicht von den Kapverden über Tristan da Cunha bis in die Brüllenden Vierziger. Sie wird mich die nächsten 3000 sm begleiten. Ascension auf 07° S und Tristan da Cunha 33° S sind die einzigen bewohnten Inseln auf diesem Weg. 3000 sm - 100 sm/Tag = 30 Tage. Hoffen wir, es geht auf.
Mittagsbreite und Länge, Wolken. Dampfer zieht hinter mir vorbei, spreche ihn an, er antwortet nicht. Segle überwiegend raumschots. Bin also doch noch in den Kalmen. Sortiere wieder Kartoffeln. Immer häufiger treffe ich auf schlechte. Werde zum Abendbrot Bratkartoffel machen, ehe ich sie wegwerfe. Super Tag heute, Sonne, Backstagbriese, wie man sich es im Urlaub wünscht. 19.00 Uhr - justament in dem Moment, als ich die Bratkartoffeln fertig habe, kommt ein Gewitterschauer. Berge schnell Genacker. Wind von N auf E. Nach der Wolke ist alles vorbei. In Lee regnet es wie verrückt. Die Nacht ist wie Seide. Liege in der Plicht in T-Shirt und Unterhose. Hoffentlich haben die Kalmen bald ein Ende.
27.9.2001 - 0:58 h - Webmaster Casi
Habe den Abend (die Nacht) schon im Internet nach Wind- und Wetterkarten für Jockels Kurs gesucht. Ist zum Verzweifeln, die Institutionen und Organisationen, die Wetterdaten publizieren, sind meistens "Landratten", also nur Daten von terrestrischen Gebieten. Habe an Kachelmann (DER Wetterfrosch aus dem Fernsehen) gemailt, prompte Antwort von Mitarbeitern! Muß sehen, was ich (Jockel) brauchen kann.
Tagsüber telefoniere ich mit Kielradio, ICOM (Kurzwellensender), Pactor (Modem), SCS (Verbindungssoftware) - maile mit WKS-Florida (Partner von Kielradio mit Zusatzfrequenzen) um die Qualität der Funkverbindung zu Jockel zu verbessern.
Jockel hat große Probleme mit der Datenübertragung zu mir. Für eine Meldung wie die folgende braucht er etwa 10-15 min. Online-Zeit. Meines Erachtens zu viel, ich muß rechnen. Das größte Problem dabei ist nicht die viele Zeit, sondern der hohe Stromverbrauch, der durch die vielfache Wiederholung (wegen der schlechten Verbindung) der Datenübertragung anfällt.
Zusätzlich müssen
nachts Positionslichter und Mastblitzleuchte am Laufen sein, tags und nachts
Satellitennavigator, GPS, Windsteueranlage "Egon", alle 220 V
Ladegeräte (Rechner, Telefon, Akkutaschenlampen, Bohrmaschinen usw.
und Solarzellen (tags) und Windgenerator müssen versuchen, den Strombedarf zu
decken und noch die Batterien zu laden.
Nicht einfach bei halb und vor Wind, den Generator zum Laden zu bewegen !!
Habe Jockel diverse Änderungsanleitungen für die gesamte Funkanlage geschickt - angefangen vom Anpassen der Parameter für die Datenübertragung im Rechner bis zur teilweisen Änderung/Anpassung der Antennenanlage. Hoffe auf Besserung! Für reine Textübertragung ist alles (bei der derzeitigen Übertragungsqualität) ausreichend, aber wenn mal wieder ein Bild kommen soll, oder die Frequenzen schlechter werden . . . . .
Hallo, hier meldet sich ein entnervter Segler. Schreibe diese Zeilen am 27. um 21.00 Uhr. Davor hatte mich ein Regenguß erwischt und anschließend den Wind abgestellt. Nun sitze ich bei knallenden Segeln ohne Ruder und schreibe.
28. 26.09.01, 00.00 Uhr, Position 09° 39' N 25° 30' W, Wind S4
Bin die ganze Nacht zugange. Nur kurze Schlafenszeiten. Der Wind dreht ständig. Ab 07 Uhr laufe ich wieder nach Süd. Werde ein bißchen Nachschlummern. Der Tag wird schön werden (außer Wind). Ringsum keine Wolken. Da verbrennt man. Gehe mindestens 5x baden. Die Rundumsicht zeigt doch immer wieder Dampfer in der Nähe. Obacht ist also angesagt. 17.00 Uhr. Stehe auf der Stelle, Segel schlagen. Ich beginne mit dem Abendbrot. Habe Mittags mehr Kartoffeln gekocht. Soll Bratkartoffel mit Zwiebel und Ei geben. Habe kaum alles auf dem Feuer, fängt es an zu regnen. Eimer hängt schon am Mast. Schlinge im Stehen am Niedergang die Bratkartoffeln runter. Hatte mir ein gemütliches Abendbrot nach diesem Tag ausgemalt. Jetzt stehe ich hier im Ölzeug und esse, hole Wasser vom Mast, fülle es in die Behälter, esse!!! Essen ist wichtig, Wasser wichtiger. 15 l Wasser fehlen mir jetzt noch an meiner Ausgangsmenge , das ist super. habe also wieder 240 l Wasser.
Die Genua scheuert sich am Stag kaputt. Werde sie bergen. Ist sowieso kein Wind. Groß habe ich mittig festgezurrt. Werde jetzt die Schuhe wechseln, darin schwappert das Wasser. 22.30 Uhr Habe das Schiff wieder in Fahrt
Richtung S. Leichter Wind aus ESE. 23.00 Uhr. Wieder Regen und Kein Wind. Bin wohl doch noch in den Kalmen (Kalmen, Doldrums; Tropische Konvergenzzone, Drei Namen für ein Gebiet).
27. 25.09.01, 01.28 Uhr, Posiotion 10° 50' N 25° 36' W, WindNNE 4-5
Wetterleuchten über Afrika. So fing gestern die Orkanbö auch an. 3 Stunden später hatte ich den Salat. Im Moment läuft es sehr gut. 5,56 kn sind nicht schlecht. Eine Chance schneller aus den Kalmen zu kommen. Bei 4-6°N soll der Wind auf S umspringen, statistisch. 02.00 Uhr. Das Gewitter kommt rasant näher. Habe vorsorglich Genua geborgen und Stagfock gesetzt. Try ist angeschlagen. Im Moment ist Ruhe mit dem Wind. Wahrscheinlich schlägt er gleich nach E um. Um 04 ist die Regenfront da. Kein Wasser zu gewinnen. 07.00 Uhr. Jetzt habe ich Afrika an Bord. Das spärliche Wasser im Eimer und das Deck sind voller feinen braunen Sandes. Das Gewitter hat nicht viel Wind gebracht. Die Vorkehrungen waren aber ok. So ist außer einer fast durchwachten Nacht und Afrika an Bord nichts zu vermerken. Meinem Enkel Klara könnte ich in der Plicht einen Buddelkasten einrichten. 09.00 Uhr. Bin in super Stimmung. Habe mir zur Feier des Tages Whitney Houston aufgelegt und träume. Dabei hat mir Carsten (Webmaster) zwei Seiten Aufgaben (Umbau Antennenanlage und Konfiguration der Verbindungssoftware) aufgeschrieben, die ich erledigen sollte. Etwas träumen muß der Mensch aber auch. Schöner Wind aus E 3. Da kommt man mit Großsegel, Genua und Stagfock auf 5,5 kn. 10.00 Uhr. Ich habe S-Wind. Sollte ich durch die Doldrums durch sein? Habe nur 40 l Wasser aufgefangen. Der S-Wind sollte erst bei 6° S anfangen. Um so besser, es geht wieder vorwärts. Wenn das anhält, habe ich großes Glück mit den Doldrums gehabt. Nur 2 Tage. Ich glaub noch nicht dran. 11.23 Uhr. Antennengegenpunkt an Reling montiert. Hatte noch Koaxkabel in Reserve. Habe es abisoliert, die Schirmung abgepult, am oberen Relingsdraht montiert und unter Deck an Ground angeschlossen. Decksdurchführung und Kabelende mit Sikaflex abgedichtet. Um 18 Uhr sichte ich Frachter. Spreche ihn über UKW-Funk an, kommen zu keiner Verständigung. Pech gehabt. 21.00 Uhr Laufe jetzt SE. Der Wind pendelt leicht. Schöne Fahrt mit 4,7 kn. Bin sehr zufrieden, daß ich scheinbar die Doldrums hinter mir habe.
Hoffentlich!!! Werde jetzt etwas Schlafen. Kurz vor Mitternacht noch in die Heimat gefunkt. Ging sehr schlecht. Wetterseiten wieder nicht trotz der Änderungen im Senderterm (Konfiguration). Vielleicht Wetterbedingt?
Hallo liebe Sportkameraden und Interessierte, hier mein Bericht von den letzten beiden Tagen.
26.
24.09.01, 00.00 Uhr, Position 12°16' N 25°32' W, Wind E 4-5
Das Etmal von 70 sm ist ja nicht toll. Ansonsten alles OK an Bord. 00:37 Uhr.
Ruckartig sind orkanartige Böen bei mir. Stürze in Unterhose nach oben und
rolle erst mal die Genua mit letzter Anspannung weg. Das ging noch einmal gut,
anziehen hätte ich mich nicht dürfen. Dann hätte ich sie nicht mehr
weggedreht bekommen. Leider kein Regenfang möglich, obwohl es gießt wie aus
Kannen. Der Windgenerator bremst über die Flügelverstellung ab. Ohrenbetäubender
Lärm. Lade alle Geräte bei soviel Strom. Noch keine Welle, kommt
noch. Reffe Groß erst 2. dann 3. Reff. Seereling schleift durchs Wasser.
"Egon" schlägt sich tüchtig. Gehe kurz in meine kleine schnuckelige Kajüte.
Besonders der Sprayhood hat sich super gemacht. Alle Brecher hat er abgefangen.
Ohne ihn wäre ich ertrunken in dem Guß. Nach einer Stunde läßt es
etwas nach. Traue mich nicht zu trinken - obwohl ich nach der schweren Refferei
Durst habe - wegen Pinkeln. Müßte
ans Heck treten, ist zu gefährlich. Der Windgeschwindigkeitsmesser
hat seinen Geist aufgegeben. Muß ich bei Tage sehen.
Werde versuchen ein bißchen zu ruhen. Schlafen bei dem Krach nicht möglich.
Habe doch etwas geschlafen, Erschöpfung. 04.00 Uhr. Schütte Großsegel
aus und setze Stagfock. 07.00 Lecke die Wunden der Nacht. Muß Großsegel
wieder runternehmen, ein Rutschergatchen ist ausgerissen. Werde Verstärkungen
aufnähen. Segelstoff habe ich ausreichend mit. 11.30 Uhr. Habe
das Segel fertig , ich bin mit mir zufrieden. Weitere Gatchen werden folgen,
da keine Verstärkungen angebracht sind. Werde in Zukunft aber schneller
das Trysegel setzen. Dann sind solche Brüche nicht mehr möglich. 18.00 Uhr .
Habe 3 Stunden versucht zu genackern. Eine leicht Briese weht, die
Wellen machen aber alles kaputt. Geschwindigkeit 0,5-1 kn. Gehe baden. Wasser
ist aber auch keine Erfrischung (28°C). Die Dämmerung ist ruckartig da.
Mit der Dämmerung kommt rechtzeitig der Wind N2. Baume Genua aus und fahre
Schmetterling. Laufe so 4 kn. Genacker geht wegen der Jumpelei (Wackelei)
nicht und ich traue mich auch wegen
Gestern nicht. Casi (Webmaster) hat mir eine Windkarte
geschickt. Am unteren Rand, dort wo kein Wind ist, da bin ich. Nun komm
einmal weg hier. Mitternacht. Alles ok, Keine Schiffe in Sicht. Der Mond
leuchtet super hell. Mein Pfoten brennen immer noch von der gestrigen Manövern
(Schotenzieherei). Wird schon werden. "Reise Reise, in Gottes Namen"
Jockel
25.
23.09.01 , 01:30 Uhr, Position 13° 08' N 25° 46' W , Wind SE5
Kann derzeit Generalkurs nicht halten (S). Liege aber auf Streckbug. Vielleicht
raumt es ja noch. Keine Schiffe in Sicht ansonsten alles ok. Wende um 03.30 in
Richtung Afrika. Geht aber wegen der gegenlaufenden Welle noch schlechter. Wende
zurück. 07:32 Uhr . Jetzt spielt der Wind ganz verrückt. Innerhalb weniger
Minuten hat er auf SW 4-5 gedreht. Jetzt segle ich gegen die alte Welle: Rums,
Rums... 09:30 Uhr und ich habe mich noch nicht gewaschen. Unter jeder Wolke
dreht der Wind 90°. Wende, Wende, Wende... Trotzdem ich so langsam bin,
teilweise zufrieden, wieder 15 l gutes Wasser aufgefangen. Ehe die nächste
Wolke da ist, werde ich mich waschen. Habe beim Morgenbad (28°C) eine von
diesen "Pflanzen" am Unterwasserschiff abgemacht und unter der Lupe
beguckt. Denkste Pflanze, es sind die berühmt berüchtigten Entenmuscheln!!!
Mir scheint, ich bin in den Doldrums. Winddrehungen, Gewitter usw.. Aber bis auf
13° N dürften sie eigentlich nicht reichen. 13:47 Uhr. Essen fällt aus. Habe
mir eine halbe Tafel Schokolade eingedrückt. Bin ständig auf Trab. Wind von
hier, Wind von da, Wasser auffangen usw. Am Horizont grummelt das nächste
Gewitter. Das heißt Reffen, Abwettern, Ausschütten. Langeweile kommt nicht
auf. 19:00 Uhr. Laufe jetzt auf Bb-Bug den gleichen Kurs den ich vorher af
StB-Bug hatte. Habe in der Bilge Bestandsaufnahme gemacht, da vom Einkauf her
die Stückzahlen nicht ganz stimmten. Heck, Sitzbänke und Lotsenkojen kommen
ein anderes mal ran. Dann kann ich auch abhaken. Bisher hatte ich eine
provisorische Strichliste. Wieder kein Mittagsbesteck: Wolken. 23:35 Uhr. Die
nächste Wolke ist da und bringt Wind aus der richtigen Richtung. Statt 1,5
laufe ich jetzt 5,3 kn. Ich bekomme einen Geschwindigkeitsrausch.
24.
Hallo hier meldet sich der einsame Segler. Fühle mich aber super und habe mit
der Einsamkeit keine Probleme.
22.09.01, 00.38 Uhr, Position 14° 51' N 25° 41' W, Wind E
4
Der Wind hat 30° gedreht während ich schlief. Habe unbewußt
nach E gutgemacht. Alle Segel neu getrimmt. 03.00 Uhr. Wetterleuchten, in Afrika
gewittert es. Trotz Wetterleuchten Genacker gesetzt. Muß sehr aufpassen, wenn
eine Windwalze kommt, damit ich ihn noch heil
herunterkriege. 09:00 Uhr. Das Gewitter kommt von Afrika rüber. Schleiche unter
Genacker knapp 3 kn. Es sieht so aus, als wenn es sich aufklärt, und ich keinen
Tropfen Regen abbekomme. Muß doch schleunigst Genacker bergen. Eine Wolke
trifft mich und hat natürlich vor sich eine Windwalze. Habe zum Regenfangen
alles vorbereitet. 10:40 Uhr. Habe 8 Liter Wasser aufgefangen. Wie schön kann
Regen sein! Habe zum Dank "Am Tag als der Regen
kam..." intoniert. Laufe jetzt am Wind mit Schrick in den Schoten. Bin
Happy! Das Boot läuft jetzt unter Groß, Genua und Stagfock. Habe jetzt Wind
aus ENE 4. Laufe gut 5 kn. Habe Mittag gegessen. Die Kartoffeln mit zu wenig
Wasser aufgesetzt. War kaum noch Wasser abzugießen. Die Kartoffeln waren zu
salzig (koche mit Meerwasser). Da ich jetzt am Wind segele, lädt der
Windgenerator seit Tagen wieder mal. Ich unterbreche, eine neue Regenwand.
Wieder 5 l gutes Wasser aufgefangen.
19.45 Uhr. Der Mond steht über mir. Es dämmert. Wollen mal
sehen wie die Nacht wird. Ringsum Wolken.
Tschüs bis zum nächsten Treff. Jockel
23.
21.09.01, 00.10 Uhr, Position 16° 30' N 25° 31'W, Wind NE 3
Alles ok. Laufe etwas östlich meines Generalkurses, will
aber Abstand zu den südlichen Kapverden wegen der Windverhältnisse halten.
Ziehe später wieder nach Westen zurück. Eintragung um 05 Uhr: Alles ok. Keine
Schiffe in Sicht. Kurs 210°, 5 kn.
Um 8.30 kommt mir Frachtschiff entgegen. 10.00 Uhr muß ich
den Genacker wegnehmen, da Wind zu spitz. War schon schwere Arbeit. Backe ich
heute? Besseres Wetter gibt es dafür nicht, also los...
13.43 Uhr. Es duftet in der Kajüte wie in einer Backstube.
Allerdings ist es auch so warm! Noch eine Stunde dann wird gestürzt. Habe etwas
länger backen lassen. Die Kruste ist dann knuspriger. Der frische Anschnitt!!!
SUPER!!! Sofort eine Scheibe abgeschnitten, könnte etwas lockerer sein. Es
duftet. Mmmmmm! Mache eins von den verrosteten Bieren auf, sie müssen sowieso
weg. Und in den brüllenden Vierzigern will kein Mensch ein Bier trinken, es läuft
wegen der Kälte unten gleich wieder raus. Das Brot ist herrlich die Kruste
kernig. Ich genieße es wie, ja wie? Habe mir ein Bäuchlein angefressen, trotz
des wenigen Essens. Wahrscheinlich wegen der Regelmäßigkeit und der
kalorienarmen Arbeit. Habe deswegen mit Gymnastik wieder angefangen. Liegestütze,
Bauch, Po, Bizeps, Rückenmuskulatur. Bekommt mir gut. 16.00 Uhr. Bei
Kontrollgang wieder lose Muttern festgestellt (Posilaterne). Wie kommt das. Ständige
Kontrolle ist nötig. Habe z.B. am Großsegel obersten Rutscherschäkel
verloren, wieder alle Gewinde brutal verwürgt. Den Schäkel oben ersetze ich
probeweise durch zwei Perlon-Schlauchschellen (E-Bedarf). Mal sehen, wie lange
sie halten. Danach Genacker gesetzt. Wasser rinnt mir runter. Werde baden - 25°C.
19.00 Uhr. Esse zum Abendbrot spartanisch. Brotbrocken ans Messer und in den
Sirup getaucht. Fertig. Der Wind ist trotz meines Abstands von 60 sm zu den
Kapverden mager. Werde Rasmus einen Rum spendieren. Mir schmeckt er nicht, 54%.
19.17 Uhr. Sichte Frachter auf Südkurs.
22.
20.09.01, 00.00 Uhr, Position 17° 40' N 25° 06' E, Wind E 2-3
Hallo
Sportfreunde, doll
sind die Etmale nicht, aber man muß zufrieden sein. Keine Schiffsbewegungen.
Genacker steht leidlich, muß ständig nachgetrimmt werden. Noch
46 sm zu den Kapverden. 04.50 Uhr. Schiff in Sicht. Fährt in ca. 2 sm Abstand
an mir vorbei Richtung N. Habe um 06.00 Uhr Kontakt mit Axel gehabt
(Versuch
einer direkten Sprachfunkverbindung).
Unterhaltung wegen des
schlechten Empfangs nicht möglich. Versuche es 08 noch einmal. 07.00.Uhr. Die
Insel Santo Antao ist voraus klar zu sehen. Bei knapp 2000 m kein Wunder. 09.00
Uhr. Gebadet und gesalbt, bloß keinen Telefonkontakt.
Hatte ganz kurz Kontakt, ist aber wieder abgebrochen. Wahrscheinlich weil die
Insel auf der Atlantikseite unbewohnt ist. Die Insel ein einziger Schotterhaufen
von Erosion zerfressen. Kein Grün, in einer kleinen
Bucht ein kleines Dorf. 20 Häuser. und ein Fischkutter. Wovon leben diese
Menschen. Vom Meer. Versteckt in einer Ecke der Bucht sogar einige Bäume. Die
Wege zum Ort steil über die Hänge, Schotterpisten. Der Gipfel der Insel in den
Wolken. Ein weiteres Dorf südlicher, Tarrafal. Halte unter Motor darauf zu. Die
Küste ist bis an die Felsen befahrbar. Hier ist die Welt noch in Ordnung, hier
gibt es noch nicht einmal Handy. Das Dorf Tarrafal liegt in einem
Felseinschnitt. Jeder Quadratmeter ist genutzt. Unter dem Ufer ankert eine
Yacht. Ums Kap kommt eine 2-Mast-Bark gemotort. Er wird hier wohl ankern wollen.
Vor mir Fischer. Sie betreiben hier noch die Ringwadenfischerei. Mit viel
Geschrei wird das Netz Hand über Hand eingeholt. Zum Winken bleibt trotzdem
Zeit. Bin jetzt auf 26 m Tiefe. die Brandung rollt. Das südliche Kap, Ptra de
Peco, ist heran. Der Wind bläst mir entgegen. 3 Stunden Motorfahrt hat mich die
Vorbeifahrt gekostet. Allemal wett für das gesehene (3 l Diesel). Kapverden
adios. Leider ohne Telefon. 19.00 Uhr. Habe den Wind wieder gefunden. Nicht
doll, aber 3,5 kn
Tschüs bis zum nächsten Mal. Jockel
21.
19.09.01 , 01.00 Uhr, Position 18° 56' N 24° 16' W, Wind E 3
Schlafe in der Plicht.
Unten zu warm. Der Wind pendelt ständig. Muß immer Segel trimmen. Fahre Nachts
jetzt wieder Genacker, da sonst zu langsam. Habe eben Kiel Radio abgehört. 2
Mails von Casi. Danke Casi für Deine Mühe!!!
Der
Esrom-Käse scheint doch noch genießbar. Habe gestern Abend probiert und keine
Probleme. Nachts lagere ich ihn außen in den Schwalbenkästen. Wenn ich
aufwache denke ich es hätte jemand in die Schwalbennester ges..., so stinkt es.
Muß bei Esrom aber so sein.
09.00
Uhr. Beim Baden ersten Bewuchs am Achterschiff festgestellt. Kleine schwammige
Pickel. Nach einem Monat und immer Fahrt im Schiff kein gutes Renommee für International. Werde in den Doldrums mit einem Holzspachtel den Typen zu
Leibe rücken. Habe die Hungerpeitsche (Angel) wieder rausgehängt. Gestern ohne
Erfolg. Vielleicht liegt es auch an meinen Ködern. Laufe jetzt wieder 5 kn.
Vielleicht klappt es in der Frühe mit Telefonieren von den Kapverden.
Habe neuen Petroleumkanister angefangen. Das Zeug ist wirklich super, riecht
kaum. Habe mich entschlossen Kanister für Wasser aufzubewahren. Nach 1x Spülen
mit Fit (für unsere „westdeutschen Freunde“ Fit ist und war DAS Spülmittel
der Ossi’s) ist nichts mehr zu riechen. Das Zeug gibt’s bei Gotthard. 13.30
Uhr. Habe vor Arbeit das Mittagsbesteck vergessen. War 3X im Mast und habe das
Kabel für die Toplaterne eingezogen und anschließend die
Decksdurchführung
bewerkstelligt. Mußte 3x baden, da ich pitschenaß war. Jetzt ist wieder alles
0k. Darauf ein Bierchen, müssen sowieso weg (das nimmt ein schlimmes Ende).
16.30 Uhr. Hatte bis eben Gammelpause. Habe folgendes überlegt: Wenn ich vom
April bis September segele (6 Monate) und jedes Wochenende nutze (4x pro Monat)
und Sonnabend wie Sonntag je 8 Stunden segele, dann habe ich in einem Jahr
6x4x2x8= 384 Stunden gesegelt. Heute habe ich 30 Tage x 24 Stunden = 720 Stunden
gesegelt. Also habe ich mir 2 WSV-Segeljahre verschafft. 20.00 Uhr. Die
Kapverden verraten sich bereits durch ihre Wolkenkappe. Noch 75 sm bis
Kapverden. Wegen der Telefoniererei und dem daraus erforderlichen geringen
Abstand werde ich wieder Windprobleme
21.30 Uhr. Sende 3 Mails an Casi alles geklappt. Spannung auf 12,2 V runter!!!
Der Himmel verändert sich ständig. Der große Wagen kommt nicht mehr über die
Kimm. Der Kleine Wagen zeigt mir Norden. Ich muß einen neuen Himmel lernen.
Bald wird das Kreuz des Südens zu sehen sein.
23.30 Uhr. Komme nicht zur Ruhe. Habe in der Plicht gelegen und die Sterne
beobachtet... 2 Sternschnuppen gesehen. Habe mir 2x das gleiche gewünscht: Daß
der Frieden für mein Enkel, meine Kinder und uns alle erhalten bleibt.
20. 18.09.01, 00.10 Uhr, Position 20° 07' W 23° 21' E, Wind NE 4
Voraus eine Lichterscheinung.
Wahrscheinlich ein Schiff (Fischkutter oder Luxusliner)
wegen der Helligkeit. Der Lichtschein wandert in Richtung Ost aus und
wird schwächer. 07:15 h. Wind hat gewaltig gedreht. Kommt jetzt aus E mit
4 Bft. Habe sofort Genacker dazugenommen. Noch 200 sm bis KV. Nach Manöver
gebadet mit Kopfwäsche. Trotz Genacker nur 4 kn. Sortiere wieder Kartoffeln
aus. 12 Stück haben Stellen. Werden als erste vernascht. 4 zum Sofortverzehr.
Hat hier auf See ohne Nachschub wieder eine ganz andere Bedeutung.
Schäle sogar dünn. Fische wieder. Bisher ohne Erfolg. Mache um 15:30
Mittagsbreite zur Übung. Liege 10 sm daneben. Den ganzen Tag bei 2-3 kn
über den Teich treiben ist kein Vergnügen. Bin unzufrieden. Dazu kommt die
Jumperei der Segel, das zehrt an den Nerven. 16.00 h. Einen schwerwiegenden
Staufehler entdeckt. Das Büchsenbier in der Bilge rostet
durch. Die Büchsen entleeren sich nicht durch meinen Magen!! Sofort umgestaut.
Die verrosteten Büchsen werden als erste vertilgt. Die restlichen sind
jetzt in den Sitzbänken scheuersicher gestaut. Dabei festgestellt, das Lätta-Behälter
unten aus Pappe sind. Auch diese umgestaut. Zusätzlich machen drei
"Esrom"-Käsestücken dicke Backen. Mal sehen was sich da noch
verzehren läßt ohne Durchfall. Den
Fehler mit den Bierbüchsen hatten wir schon mal auf
der Grönlandfahrt. Hatte es vergessen. Wetternachrichten bekomme ich fast nicht.
Die Anrainerstaaten verbreiten alle Meldungen in Portugiesisch oder Französisch.
Und da hapert's. 20:00 h - Entschließe mich die Nacht durch
zu spinnackern. Ist dumm, da wegen der Dunkelheit aufziehendes Wetter nicht
rechtzeitig entdeckt werden kann. Schlafe jetzt halbstündlich. Keine Schiffe
zu sichten. Versuche um 23 Uhr wieder ein Bild zu senden. Nach einer 3/4
Stunde bricht der Kontakt ab. Sch.... 0.3 V aus der Batterie vergeudet.
Den 19. 09. haben wir ja noch. Davon beim nächsten Mal.
Jockel
19. Hallo ihr Lieben daheim, hier meldet sich Jockel Lehmann.
Zunächst zu den Vorfällen in Amerika. Ich hörte über Funk darüber. Bin total bestürzt was Haß anrichten kann. So etwas unschuldigen Menschen anzutun, es geht nicht in meinen Kopf. Wie dem begegnen? Keinesfalls darf es zu einem Krieg kommen. Ich hoffe es gibt genug Politiker in der Allianz, die das verhindern werden. Es ist auch keine Lösung! Sehen wir uns Vietnam oder Afghanistan an. Keiner dieser Kriege hat die dort anstehenden Probleme gelöst. Ich hoffe, daß sich eine Allianz der Vernunft bildet, die solche Vorgehensweisen nicht duldet (die Attentate), aber das Mittel des Krieges ausschließt.
17.09.01, 00.00 Uhr, Position 21° 54' N 22° 15' W, Wind NE 4-5
Habe eben 3 Nachrichten aus der Heimat abgerufen. Immer interessant Meinungen aus der Heimat zu hören. Die Ereignisse in Amerika bedrücken mich. Meine Anteilnahme an die Opfer und Hinterbliebenen. Hoffentlich kommt es nicht zu einem Flächenbrand. Doch nun wieder zu meiner kleinen Welt auf dem Atlantik: Habe um 07 Uhr den Genacker gesetzt. Der Speed von 3,5 auf 5,5 kn geklettert. Bin an Kapverden auf 300 sm heran. Kann bei den leichten Winden aber noch dauern. Um 12.30 h Sonnensegel gesetzt. Dabei gleich Regenfang begutachtet und Änderungen vorgenommen. In der Kajüte sind es 30°C. Nicht auszuhalten. Bin splitternackt, muß mich aber vor der Sonne schützen. Beide Bootshaken auf Deck festgezurrt. Genuaschot hat sich immer Verhakt. Fliegende Fische in Massen. 16:30 h. Habe den Genacker immer noch oben. Liege allerdings 14 sm zu weit östlich. Hängt mit der Giererei von "Egon" zusammen. Platt vor dem Wind geht nicht. Die Nacht ohne besondere Vorkommnisse wie Schiffe oder Ähnliches.
18. 16.09.01, 00.00 Uhr, Position 23°37' N 21°14' W, Wind ENE 4-5
Kontrollen um 02:00, 04:00, und 06.00 Uhr
ergeben nichts Besonderes. Wieder ein schöner
Sonnentag. Baden Körperpflege usw. sind angesagt. Erstmals sehe ich bei
Tag Schwärme von Fliegenden Fischen vor Kreuz As fliehen. Sie segeln flach
über dem Wasser, nehmen in manchen Wellen noch einmal Schwung und segeln
so gut 50-60 m. Heute ist wieder Waschtag. Morgens wird die Wäsche ausgezogen
und 2 Stunden hinterhergeschleppt. Anschließend getrocknet und Nachmittags
wieder angezogen. Dazwischen nackelich. Müßte man zuhause auch machen.
Sehe aus wie ein frisch gebackenes Brötchen (Knüppel, so braun).
Mittags gab es Truthahnfleisch. Habe aber nur 1/2 Büchse gegessen. Den Rest gibt
es Morgen oder zum Abendbrot. Zum Abend berge ich wieder den Genacker. Für
die Nacht zu gefährlich. Nun geht es wieder an die Nachtwache. Werde bei dem
Wetter wohl in der Plicht kampieren.
Jockel
17. 15.09. 01 00:00 Uhr, Position 25°05' N 19°52' W, Wind N 5
Erstmals seit den Canaren wieder ein Schiff in Sicht. Backbord querab. Fährt in entgegengesetzte Richtung. Der Windgenerator zwitschert munter, trägt aber zur Energiebilanz nichts oder kaum etwas bei. Die Solarzellen bringen ungefähr 2-3 A bei Sonnenschein. Da ich hier im NO-Passat segle sind die Tage relativ ereignislos außer der normalen Bordroutine wie Navigieren, Reparieren, Essen zubereiten und Aufklarieren, Wäsche waschen, usw. Für die Nacht den Genacker geborgen. Scheint mir zu gefährlich bei Windzunahme ihn im Dunkeln ohne Sicht zu bergen.
16. 14.09.01, 00.00 Uhr, Position 26° 51' N 018° 49' W, Wind NNW 7
Wind und Welle haben mächtig zugelegt. Laufe platt vor Laken. Die Segel machen schlimme Geräusche, wenn z.B. die Fock back kommt. Bin 7,5-8 Kn schnell. Sehr schnell! Die Nacht ist sehr dunkel, da der Mond noch nicht aufgegangen ist (kommt erst morgens um drei). Ansonsten ist es sternenklar. Der Himmel ist beeindruckend. Müßte wieder halsen, mache ich aber erst bei Morgengrauen. Das Wasser leuchtet heute besonders stark. Angeregt durch die Wellen des Schiffes leuchtet das Plankton. Ich fahre in einer silbrigen Spur ... Der Wind läßt etwas nach, ein Glück daß ich nicht gerefft habe. Habe seit Palma schon 140 sm zu den Kapverden gutgemacht. 06.50 Uhr Morgendämmerung. Der Himmel klar. Der Mond als schmale Sichel. 07.15 Sonnenaufgang. war gerade mit der Halse beschäftigt. Schiffe sind keine zu sehen. Ihre Route verläuft unter der afrikanischen Küste. Gegen Morgen muß ich wieder halsen. Morgens lag wieder ein Fisch an Deck, können die sich nicht verabreden und eine Mahlzeit bilden? Ein Reffbändsel hat sich in der Nacht um die Saling verknotet. Ich muß aufentern um das Bändsel zu klarieren. Schlimmstenfalls muß es wieder ab. Der Wind hält mich ständig in Bewegung. Reffen, Halsen, das dreht wie auf dem Langen See. 14.00 Uhr. Gerade gegessen. Schifte mal wieder. Hole die Schot der Genua dicht, Spibaum total querab, die Genua rucht ein: Ruuums. Die Rutscherschiene für den Spinackerbaum ist vom Mast abgerissen. Zum Glück lag sie noch an Deck. Eindeutig meine Schlamperei. Zu kurze Schrauben verwandt. Suche Schrauben, Werkzeug, Sikaflex zusammen, nach einer Stunde stand die Genua wieder. Nicht vorzustellen wenn die Schiene außenbords gelandet wäre. Weil es so schön war habe ich noch 4 Winschen kontrolliert. Eine war immer schwergängig. War höchste Eisenbahn! Schmiere fehlte, ein Ring war lose und an einer anderen klemmten 2 Klinken. Beim Demontieren natürlich eine Feder weggesprungen. Hatte Ersatz dabei. Zur Schmierung habe ich Dietrichs Abschiedsgruß genommen, schein ja wirklich dolles Zeug zu sein, danke Dietrich. 19:00 Uhr. Habe im Moment Wind aus Nord mit 6 Bft. Laufe 6,5 Knoten. Alles wohl an Bord. Werde mir jetzt mein Brot schmecken lassen und um Mitternacht versuchen diese Meldung zu senden.
Gruß Jockel
15. 13.09.01, 00.00 Uhr, Position 28°40'N 018° 10' W , Wind umlaufend
Liege hinter Palma bekalmt, dh. in der
Flaute. Habe zu funken versucht, ging nicht Server meldet sich nicht. Um 01.00
Uhr kommt Wind aus S auf. Völlig untypisch. Habe noch kein Auge zugetan. Gegen
04:00 Uhr habe ich versucht Bilder zu funken. Wegen der großen Datenmenge kommt
es irgendwann zum Fehler und der Server bricht ab. Zusätzlich bin ich von 12,7V
auf 12,3V runter. Das geht so nicht. Laufe jetzt am Wind. Um 02.00 bin ich mal
ne halbe Stunde eingenickt, als ich aufwachte lief das Boot nach N. Entgegen
meiner Richtung. Habe aber wenig verloren. Gegen Morgen konnte ich mich aus dem
Einfluß von Palma befreien. Jetzt weht es wieder mit 7 Bft aus NNW. Der
Generator lädt. Da der Wind von der Seite kommt rollt das Schiff mächtig. Habe
wieder einige Arbeiten am Boot gemacht. Großfallfußblock neu befestigt,
Schäkel nachgezogen, Reffzeisinge fürs Groß angefertigt. Das geht so ohne
Ende. Mittags Schweinegulasch gegessen. Wollte gerade etwas vorschlafen:
Großsegel schlägt. Zu viel Segel drauf, also Reffen. Nehme die Genua weg.
Unter Groß und Kutterfock läuft es besser. Habe um Isla de Hierro einen weiten
Bogen gemacht, um nicht wie unter Palma zu leiden (und das war gut so, auch ein
gewaltiger Berg). Nehme jetzt Kurs auf die Kapverden (ca. 800 Seemeilen).
Ankunftszeit ? - gerechnet wird jetzt nicht, Rasmus...
Um 14:00 Uhr mußte ich auf 2. Großreff und Kutterfock gehen. Laufe trotzdem
noch 7-8 Knoten. Um 16:00 Uhr wieder moderater. Habe Segel ausgeschüttet. Habe
gegen Abend etwas getan, wovor ich mich schon die ganze Zeit drücke. Habe Brot
gebacken! Habe das heiße Brot gleich angeschnitten und gekostet. Es schmeckt
natürlich köstlich. Bin sehr zufrieden. Der Wind wird heute Nacht hoffentlich
nicht zu viele Manöver verlangen, könnte etwas Ruhe gebrauchen.
Gruß Jockel
14. 12.09.09, 00:00 Uhr, Position 30° 50' N 17° 47' W, Wind NNE 4
Der Wind hat zugelegt. Fahre jetzt wieder gut 5 kn. Um 04:30 Uhr berge ich den Genacker. war einfach zu viel wind. Die Schoten haben schon gebrummt. Bei der morgendlichen Kontrolle Lümmelbolzen lose vorgefunden. Looktite hat nicht geholfen. Jetzt wird er verstemmt. Um 9:00 gebadet. Bei 6,5 kn schon schwierig die Badeleiter zu erklimmen. Anschließend große Wäsche. 2 Handtücher und Socken. Ein Handtuch konnte ich schon in der Schrankecke abstellen. Seit Mittag habe ich zusätzlich zu Groß und Genua noch die Stagfock gesetzt. Gegen Mittag keine Verbindung zu Kielradio bekommen. Habe wieder fotografiert. Bilder folgen jetzt immer in Abständen. Liege jetzt gegen 18:00 Uhr 33 sm vor den Canaren. Werde gegen Mitternacht dort sein, da ich z.Z. 7,5 Kn laufe. Erstes Wasser auf Deck!
13. 11.09.01, 01:40 Uhr, Position 32°09' N 017°29' W, Wind NNE 1-2
Doll ist es nicht mit dem Wind. Eher ein Hauch. "Egon" hat seine Probleme die Richtung zu halten. Das Energieproblem wächst, aber keine Sorge, irgend wann kommt ja der Passat. Ab 08.00 Uhr Genacker gesetzt. Bei dem Manöver beobachte ich eine Thunmakrele neben mir. Der Jagdeifer erwacht. Werfe ihr ständig eine Dorschfliege vor die Nase, sie scheint schlauer zu sein. Sie schwimmt jetzt 4 kn mit mir mit ohne daß man Körperbewegungen wahrnimmt. Ein elegantes Tier, wie ein Torpedo. 4 Stunden später begleitet sie mich immer noch! Beim weiteren Fischen 2 Pilker verloren. Einer wegen eigener Blödheit, die Sehne hat sich durchgescheuert. Der 2. weil ein Riesenschnäpper zu groß war und ihn abgerissen hat. Habe opulent zu Abend gegessen, 2 Brateier auf Zwiebelscheiben, mmmhhh. Fahre mit dem Genacker in die Nacht. Hoffentlich geht das gut.
12. Meldung vom 11.9. - 15.00
10.09.01, 00.00 Uhr, Position 33°28'N 17°07' W, Wind mäßig aus N
Der Mond ist kurz über dem Horizont neben einer Wolke aufgegangen. Das sieht man nicht jeden Tag. Entweder man segelt zur See, oder zieht verliebt um die
Ecken. Das Etmal von 98 sm ist etwas mager. Hätten ja 2 mehr sein können. Was für eine Nacht. Die Luft ist seidig und warm, Sterne ohne Zahl, der
Mond, am Horizont ein paar Wolken. Herrlich!
00.45 Uhr eben ist er über dem Horizont erschienen. Der Leuchtturm Pta do Pargo (Fl(3) 20s 311m 26 sm). Wie aus dem Bilderbuch. Passiere
Madeira. (Positionsmeldung
per SMS - 10.9.
- 9:04 - Madeira
quer ab)
Diverse Anrufe aus der Heimat. Habe mich sehr darüber gefreut. Verbindung zu DL7ULF weder um 06.00 noch um 16.00 Uhr geklappt. Habe ihn gehört, er mich
aber nicht.
Auf Madeira habe ich schon einmal Urlaub gemacht. Wahrscheinlich deswegen fühlt man sich in vertrauter Umgebung. Genacker am Nachmittag bring von 3,3
kn auf 4,5 kn, na also. Der Windgenerator macht bei dem achterlichen Wind natürlich nichts. Werde Strom sparen müssen.
Abends sitze ich in der Plicht und lese. Das Speedometer zeigt 4 kn, das Wasser plätschert leise am Rumpf, das Schiff bewegt sich voller
Harmonie. Warum sollte ich jetzt 6 kn laufen mit Rucken, Überholen und Stampfen. 4 Knoten sind
ok. Habe heute zwei mal gebadet. Ruder,
Propelleranlage und "Egon" inspiziert. Alles in Ordnung. Gleichzeitig mein Schiff bewundert. Wie elegant es den Achtersteven über die Welle hebt, um
dann auf ihr hinabzugleiten. Die heutige Nacht werde ich in der Plicht verbringen. Die Sterne, die Luft....
Tschüs, Tschüs in der Heimat Jockel