75 Jahre – Segelsportliche Veranstaltungen und Aktivitäten

Nach den harten Jahren des Auf- und Ausbaus auf dem Vereinsgelände bekam der Segelsport immer mehr Priorität. Während anfänglich nur ab und zu Zeit zum kleinen Törn auf dem Langen- und Seddinsee war, zeigte sich schon bald stärkeres Interesse am Wandersegeln auf Berlin’s Gewässern, aber auch am Regattasegeln. Über den Bootsbestand aus ersten Jahren liegt leider keine Aufstellung vor. Aber dem Programm zum Sportfest des WSV 1921 am 7. August 1927 ist bereits die stattliche Zahl von 27 Segelbooten (bei ca 80 Mitgliedern) zu entnehmen. In der Starterliste aus gleichem Anlaß 1928 werden für den WSV 1921 folgende Bootsbestände angegeben:

BootstypenAnzahl
10er Rennjolle C1
15er Rennjolle M2
15er Rennjolle D1
20er Rennjolle Z1
10er Wanderjolle B1
15er Wanderjolle H2
20er Wanderjolle W3
25er Jollenkreuzer1
Flossenkieler F1
Kreuzer A3
Jollenkreuzer A1
Jollen 7,9 qm I10
Jollen 9,9 qm II4
Jollen 11,9 qm III6
Jollen 13,9 qm IV3
Schachtmotorboote6
Offene Tourenmotorboote5
Kaju00fctmotorboot1
Ruderboote21
Paddelboote11
Angelku00e4hne15

Sehr vielseitig waren die Sportveranstaltungen, vorrangig natürlich die Segelsportwettkämpfe. Die folgenden Veranstaltungsprogramme sprechen für sich.

In den Jahren 1933/34 entwickelte sich im WSV 21 besonders die H-Jolle, eine 15qm-Wanderjolle, sehr stark. Waren 1930 gerade mal 2 Boote im Verein, so kamen bereits 1933 4 H-Jollen und 1934 schon 7 Boote dieser Klasse vom Verein an den Start zum Vereinssportfest. Es war schon beachtenswert für den Berliner Raum, eine so große Flotte im Verein zu haben. Bis weit in die 70er Jahre war die H-Jolle eine Domäne der „21er“. Die Leistungsstärke der 21er-Segler steigerte sich ständig. Demzufolge war es auch ganz natürlich, daß nicht nur vor der Haustür gesegelt wurde, sondern jetzt fand man schon auf vielen Berliner Revieren in den Starterlisten Boote des WSV 1921. So berichtet der 1.Vorsitzende Hugo Bräuer im Juli 1931 von der ersten großen Schleppfahrt des WSV mit 16 Booten zur Jubiläumsregatta des Segel-Club Nordstern (Tegeler See). Sehr erfreut waren die Teilnehmer über die hervorragende Gastfreundschaft, die gute Unterkunft und die gelungene Veranstaltung. Die Schleppfahrt war ein besonderes Ereignis, war doch ein großer Teil der Segler bis dahin sehr skeptisch, so etwas zu realisieren. Doch alle kamen begeistert wieder zurück. Im gleichen Jahr noch fand man 20 Meldungen des WSV in der Starterliste zur Müggelseewettfahrt. Diesmal waren die Rahnsdorfer Segler die Gastgeber. Ergebnisse aus dieser Zeit konnten vom Chronisten nicht ermittelt werden, auch nicht von den Vereinsregatten. Mit Sicherheit waren aber in den Vorkriegsjahren die H-Jollensegler der 21er eine beachtenswerte Seglerkonkurrenz hier in Berlin. Während der Kriegszeit reduzierte sich bedauerlicherweise die Anzahl der Wettfahrten, bis sie dann 1944/45 ganz und gar wegfielen. Wer war schon noch da, um Veranstaltungen zu organisieren und an Wettfahrten teilzunehmen. Das Leid des Krieges griff um sich. 1945, das Jahr des Aufatmens nach Not und Trostlosigkeit, das Jahr des Neubeginns, der Aussicht auf Aufbau und Wiederbelebung eines gesunden, frohen Vereinslebens, brachte neue Kraft und Schwung. Wenn es auch unmittelbar nach Kriegsende viele Probleme vor allem im persönlichen Bereich zu lösen gab – Berufs- und Ernährungsprobleme, Auseinandersetzung mit den Besatzungsbehörden, Eigentumsfragen usw. usf. (an anderer Stelle mehr darüber) – so kam doch auch bald wieder die Lust auf, sich zu engagieren, endlich wieder etwas für Spaß und Freude, für den Segelsport und vor allem für den Verein zu tun.

Nach anfänglichen kleineren Kräftemessen auf den Berliner Seen, insbesondere vor der Haustür, hatten es dann die Sportorganisatoren des WSV 1921 geschafft, die erste größere Regatta nach dem Krieg auf dem Langen See zu veranstalten. Nach vielen Bemühungen um Genehmigungen, sowohl für die Wettfahrten als auch für den am letzten Tag stattfindenden Regattaball, konnte am 17., 23. und 24. August 1947 eine Regatta als Sonderwettfahrt für die 15 qm Wanderjolle (H) gestartet werden. Die Wettfahrt um das „Blaue Band vom Langen See“. Eine stolze Armada von 36 Booten war am Start. Einer Traditionsregatta für den WSV 1921 war damit der Grundstein gelegt. Bis heute wird sie jährlich jeweils Ende Juli/Anfang August veranstaltet, in all den Jahren immer die größte Veranstaltung im WSV 1921. 1960 gab es die Rekordbeteiligung von 54 Booten. Bemerkenswert dabei, daß das erste Siegerboot des Blauen Bandes von 1947, die H 528 auch 1995 noch am Start war, natürlich als Oldtimer.

Die H-Jollenklasse hat sich besonders in den 70er und 80er Jahren stark modernisiert und ist mit den Konstruktionen der früheren Jahre kaum noch zu vergleichen. Außerordentlich viel Mühe mit der Organisation dieser Veranstaltung hat sich von Anfang an Werner Huse gemacht. Ihm zu Ehren erhielt diese Regatta dann auch nach seinem Tod 1976 den Zusatz „Werner-Huse-Gedächtnisregatta“. Geprägt war das Blaue Band immer durch unterschiedlichste Windverhältnisse, mal Flaute, mal Gewittersturm, mal Regenschauer. Dies kommt auch in einem Gedicht aus den 50er Jahren zum Ausdruck, von einem, der es immer wieder versuchte, in die Siegerliste eingetragen zu werden.

„Das Blaue Band“ (Autor unbekannt)
Ein Neujahrswunsch für unsere H-Jollen-Favoriten

Symbol des Wettstreits auf des Meeres Wogen
ist ewig schon ein „Blaues Band“.
Dies nun auf uns’re Heimat hier bezogen
den Beifall aller Jollensegler fand!
Dem „Rasmus“ blieb es vorbehalten,
dem schönsten Boot in Luv und Lee
den Preis der H-Joll’n zu gestalten:
Das „Blaue Band vom Langen See“!

Und doch so wunderschön dies Ringen,
uns hat’s noch nie den Sieg erbracht,
der Windgott ließ es nicht gelingen –
stets hat er uns ‘nen Strich gemacht!

Erst mocht es noch so tüchtig wehen,
der Startball fällt, die Fahrt beginnt,
Die H-Jolln auf die Reise gehen;
der Wind ist aus, wo bleibt der Wind?

So meisterlich die Unsern schinden,
sie dümpeln sich zur Tonne hin,
dann regnet’s, Petrus wird noch mehr erfinden;
beim „Blauen Band“ ist alles drin!

So ging es leider Jahr um Jahr,
mal Flaute und mal Rejen.
Und Rasmus wird es langsam klar:
Wir hab’n dabei keen Sejen!

Darum wünsch’ für „einundfünfzig“ ich,
daß wir es diesmal kriejen,
sonst ärger ick mir fürchterlich,
wenn wieder andre siejen

Dann H-Jolln-Meester holt Euch fast,
der Vorstand jibt Euch denn eens druff
und hängt Euch an den höchsten Mast,
mit eenem blauen Bändchen uff!

Eine Liste aller Sieger ist im Abschnitt „Segelsportliche Erfolge“ zusammengestellt. 1952 wurde die H-Jollen-Regatta vom WSV 1921 nicht gestartet. Warum, kann nur vermutet werden. Die Administration der DDR hatte ein Gesetz erlassen, nach dem alle Boote besonders zu registrieren waren. Diese Aktion wurde sehr skeptisch aufgenommen, da Enteignung und Verstaatlichung zu dieser Zeit nicht unüblich war. Westberliner Eigner waren dabei besonders gefährdet. Die Gemüter waren allgemein stark erregt. Deshalb hielten sich ein Großteil der ostberliner Regattasegler vom aktiven Sport zurück. Wahrscheinlich entfiel damit der Start zum „Blauen Band“. In den 60er Jahren entwickelte sich dann im Verein besonders die O-Jollen-Klasse. Dominierend in dieser Klasse war zu dieser Zeit insbesondere Karlheinz Schröter. Er war es, der sehr viel für den Erhalt aber auch für die Zukunft der Klasse getan hat. Karlheinz Schröter setzte den Grundstein für eine weitere Traditionsveranstaltung im Verein, den „Einhandpokal“, der erstmals im Jahr 1972 ausgesegelt wurde. Bis heute hat diese Wettfahrtreihe einen festen Platz im Berliner Regattakalender. Ursprünglich war es das Wochenende vor dem Ansegeln, ab 1993 wurde dann im Mai um den Pokal gesegelt. Eine Liste aller Sieger ist im Abschnitt „Segelsportliche Erfolge“ beigefügt. Eine weitere republikoffene Veranstaltung setzte der Verein für Jugendliche, ursprünglich für die 420er-Jollen, später auch noch für OK-Jollen, auf den Terminkalender der Berliner Segler. Gegründet war damit 1975 der „Hugo-Bräuer-Preis“. Obwohl sich alle Jugendleitungen und Vorstände des Vereins in den folgenden Jahren mühten, stets eine hohe Beteiligung zu erreichen, gab es nach anfänglicher Euphorie und hoher Beteiligung bald eine fallende Tendenz. Der Wettergott hatte den Verein im Stich gelassen. Entweder war zuviel Wind, daß nicht gestartet werden konnte, oder es war Flaute – die Wettfahrt fand immer Ende September statt. Dadurch wurde die Teilnehmerzahl immer geringer, so daß diese Regatta ab Mitte der 80er Jahre nicht mehr gestartet wurde.

Der gesamte Bootsbestand im Verein stellte sich 1947 wie folgt dar:

BootstypenAnzahl
H-Jollen19
O-Jollen3
Ausgleichjollen12
10qm-Jollen5
20qm-Wanderjollen2
Ausgleich-Jollenkreuzer4
15qm-Jollenkreuzer3
20qm-Jollenkreuzer3
30qm-Jollenkreuzer1
Motorboote10
Angelboote10
Paddelboote7
Ruderboote6

Über die Entwicklung des Bootsbestandes aus den 30er und 40er Jahren liegt nichts vor. Auf jeden Fall hat sich insbesondere die H-Jollenklasse stark entwickelt. In der Liste von 1947 ist immerhin die H-Jollenklasse mit 19 Booten des WSV 1921 am stärksten vertreten. In den nachfolgenden Jahren stieg die Anzahl bei den 15qm-Jollenkreuzern erheblich an, ebenso war es aber auch bei den Piraten und O-Jollen. Eine Übersicht zeigt den Bootsbestand bis 1994.

 19571967197719891994
20qm-Jollenkreuzer23134
15qm-Jollenkreuzer1310121826
H-Jolle17111164
z-Jolle4442
Pirat1917141618
O-Jolle915191815
Yoxi---43
Ixylon--311
420er--465
470er----1
OK---88
Cadet-2576
Opti-35810
Laser----1
Europe----3
Ausgleicher196515
Kielboote--129
Motorboote114171011
Angelboote271222
Ruderboote68-2-
Paddelboote104---

Regattasport hatte höchste Priorität, der Verein unterstützte auf vielerlei Art jeden, der an einer Regatta teilnahm. Aus den Jahresberichten ab der 50er läßt sich fast lückenlos nachweisen, in welcher Form es Förderung gab. Startgeld sowie Transport- und Fahrtkosten wurden jedem Startenden erstattet. Die Förderung zeigte natürlich Wirkung. Ein Stamm von ca. 30 bis 50 Regattasegler kristallisierte sich heraus. Die Erfolge blieben nicht aus. Von 1950 bis 1994 wurden in unterschiedlichen Klassen 40 Deutsche- bzw. DDR-Meistertitel und 77 (Ost-)Berliner Meistertitel ersegelt. Viele Jahre war die Sportgemeinschaft Grün-Weiß, Sektion Segeln, so nannte sich der Wassersport-Verein 1921 ab 1953, die stärkste Segelsektion der DDR im nationalen Bootsbereich. In Berlin (Ost) wurden seit 1952 Mannschaftsmeisterschaften gestartet. Das war eine weitere Möglichkeit, die Regattastärke der Vereine untereinander zu messen. In sechs, später in neun Klassen wurde gestartet (in jeder jeweils nur ein Boot je Verein). Die Summe der in den einzelnen Klassen ersegelten Plätze kam zur Wertung. Bis 1975 wurde vom Verein neunmal der Meistertitel ersegelt. Ab 1982 startete der Verein sogar ab und zu mit zwei Mannschaften. Durch die starke Regattatätigkeit hatten unsere Mitglieder natürlich ein hohes Maß an Erfahrung. Demzufolge fand sich der Verein auch bereit, viele Großveranstaltungen für Berlin und die gesamte Republik zu organisieren und durchzuführen. Dazu gehörten Deutsche Meisterschaften in Berlin und in Mecklenburg, auf dem Müggelssee und auf der Müritz, aber auch viele Berliner Meisterschaften auf dem Müggelsee. Als Wettfahrtleiter profilierten sich in dieser Zeit insbesondere Werner Huse sowie später Günter Lahl. Als Organisator für diese und andere Veranstaltungen im Berliner Raum war Werner Kupilas nicht wegzudenken.

Eine Veranstaltung besonderer Art war in den Jahren 1959 bis 1961 für unseren Verein die Scharmützelsee-Woche. Entweder mit einem damals noch richtig dampfbetriebenen, gecharterten kleineren Schlepper oder mit eigenen Motorbooten als Schlepper ging es ab Verein mit ca 15–30 Booten in Richtung Wendisch-Rietz zum Scharmützel. Eine tolle Gaudi für jeden. An der „Wiese“ in Rietz wurde gezeltet. Gesegelt wurde um einen Wanderpreis, das Gemälde eines Großseglers auf hoher See. Mit drei klaren Erfolgen hintereinander konnte dieser Wanderpreis 1961 endgültig gewonnen werden – der Preis hängt heute noch im Vereinssaal. Das Drum und Dran, die Rahmenveranstaltungen dazu, waren für alle Beteiligten ein unvergeßliches Erlebnis.

Ein Erlebnis besonderer Art gab es einmal in der Schleuse Kummersdorf, als der Schleppzug des Vereins bergab geschleust wurde, und der Schlepper mit einem 50mm Tampen fest am Poller hing. Der Schiffer versäumte zu fieren, das Schiff bekam starke Neigung, der auf Deck stehende Motorroller drohte über Bord zu rutschen. Just, diese Katastrophe auf sich zukommen sehend, kappte der Schiffer kurz entschlossen den Tampen. Platsch – eine Riesenwelle ließ alle Boote in der Schleuse hin und her schwojen, natürlich mit fürchterlichem Gebrüll der jeweiligen Eigner. Zum Glück entstand kein größerer Schaden. Unvergeßlich sind aber auch für viele Regattasegler die teilweise vom Verein mit organisierten Schleppzüge zu den Deutschen Meisterschaften, wenn sie denn auf dem Plauer See oder Fleesensee in Mecklenburg oder auf dem Breitling bei Kirchmöser (Brandenburg) stattfanden. Auch hier gravierende Erlebnisse im Schleppzug. Schon das Anbinden an die Mitteltrosse des Schleppers war für viele Bootsführer problematisch. Unter prüfenden Blicken der anderen mußte man auf Anhieb den Stopperstek können. Obwohl alles hervorragende Regattasegler, aber da gab’s oft Schwierigkeiten und die lästigen Bemerkungen der anderen. Auch das Versteuern im Schlepp löste oft große Aufregung aus, da die Sicherheit der anderen damit gefährdet war. So kam es auch schon mal zu Kenterungen. Einmal war’s ein Frauenpirat, der kieloben schwamm. Zum Glück war nichts weiter passiert, es gab auch nur unwesentliche Verluste. Aber das Trocknen der Damenbekleidungsstücke, verteilt auf mehrere Boote des Schlepps, sah schon sehr lustig aus.

Durch eine gesetzlich verankerte „Kann-Bestimmung“ bekamen viele unserer Segler in ihren Betrieben eine entsprechende Freistellung von der beruflichen Tätigkeit zur Teilnahme an besonderen sportlichen Veranstaltungen wie z.B. DDR-Meisterschaften gewährt. Zu Zeiten der „Mauer“ in Berlin waren die Anfahrtswege auf eigenem Kiel nach Mecklenburg besonders lang. Berlin mußte umfahren werden. Der Kurs ging über den Oder-Spree-Kanal nach Eisenhüttenstadt, über die Oder bis Hohensaaten, über den Oder-Havel-Kanal nach Oranienburg und dann die Havel aufwärts bis zur Müritz. Das Wetter war nicht immer das beste. Oft hat es während des einwöchigen Schlepps die ganze Zeit geregnet. Morgens hieß es immer bereits um 4.30 Uhr: „Reise, Reise“ – und der Schleppzug setzte sich in Bewegung. Alles war noch naß und klamm. Dann tröstete man sich: „Immer noch besser als arbeiten gehen!“ Hervorragend die Empfänge nach den Meisterschaften im Verein, auch dann wenn mal kein Meistertitel mit nach Hause gebracht wurde. Es war eine schöne Ehrung für alle Aktiven und Begleiter. Diese allgemeine Anteilnahme der Mitglieder hat leider in den letzten Jahren nachgelassen. Seesegeln? Seesegeln war keine Sportart für den WSV 1921. Angeln, Rudern, Segeln auf heimischen Revieren waren das Prä in den 20er und 30er Jahren im Verein. Wenn man auch ab und zu mal einen Ausflug an die Nord- oder Ostsee machte, zu mehr als einer Fährenfahrt oder kleinem Ausflugstörn kam es nicht. In den Kriegsjahren bzw. unmittelbaren Nachkriegsjahren gab es schon gar keine Möglichkeiten. Für DDR-Bürger gab es nur in großen Ausnahmefällen und mit kompliziertem Genehmigungsverfahren Gelegenheit, küstennahe Gewässer zu befahren. Anfang der 70er Jahre lag aber trotzdem das erste Kielboot im Hafen des Vereins, ein Vierteltonner-Selbstbau von Jörg Lehmann. Er suchte die Möglichkeit, auf See zu fahren und fand sie dann auch. Durch die Beteiligung an den immer öfter veranstalteten Seeregatten, die später als Meisterschaftsläufe gewertet wurden, öffneten sich die Küstengewässer der Ostsee für den engagierten Seesegler. Dies wurde so weit wie möglich genutzt. Da die auf „Kreuz As“ fahrenden Mannschaften meist erfahrene Regattasegler waren, gab es dann auch bald Erfolge. Die Krönung war der Meistertitel in der Vierteltonnerklasse 1984. Mit „Kreuz As“ gelang es aber auch, Langtörns genehmigt zu bekommen. Der weiteste Anlaufpunkt war Leningrad (heute St. Petersburg). Ein Törn ca. 1650 Seemeilen in 4 Wochen. Nach der Wende 1989 öffneten sich die Weltmeere für alle. Dies wurde und wird in erheblichem Maße mit steigender Tendenz genutzt. Eine recht große Zahl von Mitgliedern geht jährlich auf „Große Fahrt“. Norwegen, Schottland, Griechenland und die Türkei, aber auch die Karibik, gehören zu den Revieren, wo der WSV 1921 bereits Flagge zeigte.