Vierter und letzter Reisebericht

Liebe Sportfreunde,

wir sind nun schon über zwei Wochen wieder zu Hause und ich schaffe es leider erst jetzt den letzten Bericht unserer Reise online zu stellen, aber besser spät, als nie. Also, hier in aller Kürze, was ist noch passiert ist:

Vor der Überfahrt von den Orkneys nach Norwegen hatten wir doch etwas Respeck, vorallem, weil wir gleich zu Anfang noch durch eine Ecke des gefürchteten Pentland Firth mussten, aber alles ging gut, es gab keinerlei Probleme. Die Überfahrt selbst war dann bei Nordost bis zu 6 Bft und 3,5 m Welle zwar anstrengend, ging aber dafür ziemlich flott, 324 sm in 54 Std. Als Lohn liegen wir dann in der traumhaften Ankerbucht Yttre Kalvekilen auf der Insel Hitra.

Ankerbucht in Hitra

Wir bleiben einen Tag, wandern etwas und genießen die Ruhe. Unsere nächste Station ist Farsund, ein hübscher kleiner Hafen, zu dem man ein paar Meilen zwischen den Felsen einwärts fahren muss.

Hafen von Farsund

Es folgte eine weitere Ankerbucht, die aber ziemlich voll und bei Weitem nicht so idyllisch war, wie die erste. Probleme mit unserer Trinkwasserpumpe haben uns veranlasst, am Freitag, d. 12. 7. nach Kristiansand zu fahren.

Typische Holzhäuser in Kristiansand

Die Stadt ist wieder sehr hübsch, aber der Hafen ziemlich voll, vor allem mit riesigen Motorbooten. Es ist ein ständiges Rein und Raus mit brüllenden, bis zu Anschlag aufgedrehten Motoren und den Rest gibt uns ein Rockkonzert, dass bis nach Mitternacht über den Hafen dröhnt. Aber ich habe eine neue Pumpe bekommen und alle funktioniert wieder.

Wir wollen so schnell, wie möglich weiter, die Wetterbedingungen sind gut und so nehmen wir die letzte größere Etappe, knapp 100 sm über das Skagerak in Angriff. Am nächsten Morgen, am 14.7. sind wir ziemlich früh in Skagen in Dänemark und das war unser Glück. Wir finden auf Anhieb einen Liegeplatz in einem total überfüllten Hafen. Es ist so rappelvoll, wie wir es bisher noch nicht erlebt haben. Nach einem Pflichtausflug zum Greenen, dem nördlichsten Zipfel Dänemarks und dem Zusammenstoß von Skagerak und Kattegat, also zwischen Nord- und Ostsee geht es am nächsten Tag weiter.

Chrissi am Greenen

Ziel ist die wunderschön ruhige kleine Insel Hirsholm, die ein bisschen wie eine Mischung aus Greifswalder Oie und Christiansoe wirkt.

Hirsholm

Sie ist ein wirklicher Geheimtipp und entschädigt uns für das laute Skagen, aber die Ernüchterung kommt, als wir am nächsten Tag nach Saeby kommen. Wieder überfüllt und das Anlegemanöver entsprechend langwierig und spannend. Man kann in Dänemark in der Saison offensichtlich nicht mit ruhigen Häfen rechnen.

Unser letzter Segeltag führt uns Am 17. 7. nach Hals, einem kleinen Hafen am Osteingang des Limfjords. Hier bleiben wir bis Freitag den 19.7., putzen das Schiff packen schon mal den größten Teil unserer Klamotten und entspannen noch ein wenig. Am Abend des 19.7. haben wir die letzten 15 sm unter Maschine nach Aalborg geschafft, übergeben am Sonnabend das Schiff an die Nachfolgecrew und fahren nach Hause. Übrigens war es seit wir in Norwegen angekommen sind überwiegend sonnig und es wurde auch immer wärmer. Wir frieren nicht mehr und haben in den letzten 10 Tagen weder Ölzeug noch Heizung gebraucht. Schon das ist ein schöner Abschluss unserer Reise.

Bis zum Wiedersehen Liebe Grüße,

Thomas und Christine