65. Blaues Band

7./8. Juli – Das 65 Blaue Band  vom Langen See – Traditionstreffen der H-Jollen

Das 65 Blaue Band – Grußwort von Wilfried und Carsten Lippert

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  1. Blaues Band vom Langen See . . . diesmal war wieder Einiges anders . . .

Trotz intensiver Vorbereitung und Werbung ist es uns leider nicht gelungen, mehr als 12 Boote zum 65. Blauen Band vom Langen See zu locken.

Damit waren zum ersten Mal seit 2007 weniger als 15 H-Jollen am Start. Alle Anwesenden waren sich einig, nächstes Mal die Werbetrommeln noch lauter zu schlagen.

Trotzdem kam deshalb keine schlechte Laune auf – ganz im Gegenteil.

Die Segler und ihre Begleitung wurden am Freitagabend vom Empfangskomitee schon erwartet. Ob Slippen, Kranen oder Unterkünfte und Stellplätze beziehen, alles lief wie am Schnürchen. Anschließend wurden alle zum traditionellen Begrüßungsabend am Cafe „Sechseck“ von Wettfahrtleiter Casi begrüßt. Anmeldung, Bezahlung, Papiere und Frühstücksplanung wurden in gewohnter Weise „nebenbei“ abgewickelt.

Beim Kranen rutschte die Alt-H-Jolle H-172 von K.-J. Steinbeck unglücklicherweise aus der Kranschlaufe, die sich im gelegten Rigg verfing. Dabei platzte der Mast längs auf. Durch schnellen Einsatz von Vereinsmitgliedern konnte der Mast jedoch in kürzester Zeit geklebt und gebolzt werden, sodass Klaus alle Wettfahrten mitsegeln konnte.

Der Sonnabend begann mit gemeinsamem Frühstück und Kaiserwetter, wie wir es aus den letzten Jahren schon kannten. Die Nachzügler meldeten sich noch ordentlich an und nach der Steuermannbesprechung ging es pünktlich auf den See. Es waren 2 Runden Rohrwall-Krampenblick angesetzt. Der Start erfolgte bei schönen 2 Windstärken und Sonne. Dies hatte jedoch nicht lange Bestand, wie der Wetterbericht auch schon vermuten ließ. Ein langsam aufziehendes Tief sagte unserem Hoch Hallo und der Wind schlief langsam ein. Es reichte mit etwas Mühe aber für alle zum Zieleinlauf. Wir bangten, das auch die H-172 noch vor dem kommenden Gewitter im Hafen ankommen würde. Nach 2 schon recht nahen Blitzen und sich langsam einstellendem „Preußischem Landregen“ kam er gerade noch rechtzeitig an.

Der Wind war jetzt völlig eingeschlafen, sodass man zur Tagesordnung – also Mittagessen mit Gegrilltem und Salat – überging. Alle waren satt aber kein Lüftchen regte sich. Man gestaltete den Tagesablauf also anders und stellte sich schon etwas irritiert auf den immer näher rückenden Abend ein.

Als ich dann kurz nach 17:00 Uhr bei gerade wieder einsetzendem Regen nach einer „Windsichtung“ mit dem Schlauchboot zurückkam, sah ich in fragende und noch mehr irritierte Gesichter. Als ich jedoch sagte, ich würde einen Startversuch machen, waren alle sofort bei den Booten, bereit zum Segeln – denn deshalb waren sie ja hier. Wir zogen die Rohrwall-Tonne in den Sichtbereich des Vereins und starteten um 17:30 Uhr von der gegenüberliegenden Seeseite die 2. Wettfahrt. Trotz Dauerregen war es segelbar und so konnten wir um 18:32 Uhr den ersten Tag segeltechnisch beenden.

Mit zwei Wettfahren in der Tasche konnte die Wettfahrtleitung unter diesen Umständen zufrieden sein und der Wetterbericht sagte für den Sonntag gleichmäßigen leichten Südost-Wind und Sonne an. Mit dieser Aussage vor Augen ging es sehr entspannt in den späteren Abend. Obwohl die anwesende H-Jollen-Gemeinde subjektiv stärker vertreten war als Vereinsmitglieder vom WSV 1921, tat dies der Stimmung keinen Abbruch.

Wilfried präsentierte einen großen Aufsteller mit Bildern rund um die H-Jollen-Geschichte in unserem Verein. Ebenso fand das schöne Resümee von Kerstin Blaurock zum 60. Blauen Band seinen verdienten Platz.

Der offizielle Teil der Veranstaltung begann nach kurzer Auswertung der ersten zwei Wettfahrten und der Planung für den Sonntag mit einem Grußwort des Sportwartes zum 65. Jubiläum an die H-Jollen sowie den Verein. Im Anschluss erfolgte die Vergabe des Hippel-Preises an den Sieger der 2. Wettfahrt H-2011 Rainer Berg und Christian Stock.

Da sich nach einem etwas kuriosen Spinnaker-Manöver von Gerd Matznick im Jahre 2007 dieses Jahr wieder jemand einen fast aussichtslosen Kampf mit einer Holzstange im See lieferte und sich somit den Spitznamen des Abends „Herr Reusen“ verdiente, spendete Sportwart Casi einen kleinen Sonder-Pokal mit dem Namen: „FISHERMENS FRIEND“.
2007 H-2057 Gerd Matznick, 2012 H-2073 Heiko Seifert -> Herzlichen Glückwunsch.

Wir bauten Laptop und großen Fernseher auf und alle konnten die Fotos des ersten Tages, sowie auch alle Bilder der letzten Jahre ansehen, währenddessen die Biergläser von einem Fass Freibier durchgespült wurden.

Obwohl wegen der geringen Meldezahl der geplante DJ im Voraus abbestellt wurde, konnte abends trotzdem noch getanzt werden. Mit einem 2. Laptop von Lukas und der Musikbox von Casi schwangen doch noch so Einige das Tanzbein bis in die späte Nacht oder eher frühen Morgen. Eine Handvoll ganz Verwegener fuhr sogar noch mit dem Taxi in die Stadt und kam erst gegen halb 5 wieder – Kommentar: „es wurde schon hell“.

Der Sonntag begann wie geplant mit einem auf 10:30 Uhr vorgezogen Start zur dritten Wettfahrt. Der Regisseur, die Segler und der Wettergott hielten sich an das Drehbuch und wir schafften 2 Läufe bei beinahe konstanten 2-3 Windstärken.

Uli Bischoff sah sich gesundheitsbedingt außerstande, seinen guten 4. und 6. Platz vom Vortag zu verteidigen und ließ in den letzten 2 Rennen Wilfried Lippert an die Pinne.
Dass der Einsatz des 7maligen Blauen Band Gewinners Folgen haben könnte, wurde im Stillen bereits befürchtet. Die 1. Überraschung erkannte Uli‘s Vorschoter Jörg Krüger, Zitat: „Ich hatte überhaupt keine Ahnung, wie ruhig und gelassen man segeln kann …“.

Die 2. Überraschung zeigte sich erst nach Casi’s Computerstunde (Regattaauswertung), nachdem alle 4 Wettfahrten im Rechner, das jeweils schlechteste Einzelergebnis gestrichen und alles noch einmal kontrolliert war. Unglaublich aber war, Punktgleichheit auf Platz eins und zwei – H-2081 und H-22 – Rennfeile gegen BDS-Schiff. Hier mussten die besseren Einzelplätzen entscheiden. H-2081 mit 2-(5)-2-2 gegen H-22 mit 4-(6)-1-1. Mit gestrichenem 5 bzw. 6. Platz entschieden die 2 ersten Plätze die Wertung.

Damit kürte das „Altherren-Trio“ Uli Bischoff / Wilfried Lippert und Jörg Krüger an der Vorschot die Vorjahressieger Florian Stock / Tobias Bartel zum Zweitplatzierten.

Für Vorschot- und auch Steuermänner wurde schon des Öfteren Ersatz gestellt, nur das bisher keiner in der Gesamtwertung GANZ vorne landete. Das Blaue Band vom Langen See gewinnt laut Stiftungsurkunde die Yacht, bzw. der Eigner der Yacht. Deshalb ist es auch möglich, dass verschiedene Mannschaften, oder wie in diesem Jahr, zwei Steuerleute die Yacht zum Sieg führten.

Wie schon zum 60. wurde auch diesmal zur Erinnerung ein Gruppenfoto aller Segler und Gäste gemacht – zwar ohne Boot aber dafür hinter der langen Preistafel mit Pokalen, Trophäen, Sonderpreisen und natürlich den Traditionspreisen der Klassenvereinigung.

 

Herzlichen Dank natürlich der gesamten Wettfahrtleitung, der Vergnügungskommission sowie allen Helfern, die man so ringsherum gar nicht bemerkt hat.

Hervorzuheben wären noch 2 Sponsoren, die ebenfalls stark zum Gesamtbild beitrugen. Zum einen Ralf Goepfert – er spendierte den Großteil der Polohemden. Zum Zweiten Michael Stieger, der die wohl einmaligen 3 Erinnerungspreise aus gelasertem Edelstahl gestaltete und herstellte. Vielen Dank dafür an die Beiden.

 

Ich hatte es ja gesagt . . . dieses Mal war Einiges anders . . . und das war auch gut so.

Ich hoffe, das 65. Blaue Band bleibt bei Seglern, Gästen und Vereinsmitgliedern trotzdem – oder gerade deshalb – in guter Erinnerung haften.

 

Der WSV 1921 bedankt sich bei Euch allen und freut sich schon aufs nächste Jahr.

Mit 66 Jahren  . . . da fängt das Segeln an . . .

 

Es grüßt Euch alle Casi vom WSV 1921